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Crossmediale Wahlkampagne zeigt Wirkung: Bezirksübergreifend 23 Sitze mehr für den MB

Seit dem 8. Dezember sind die vorläufigen Wahlergebnisse der Kammerwahl in Baden-Württemberg bekannt. Der Marburger Bund konnte ein starkes Ergebnis erzielen und insgesamt 23 Sitze in den Vertreterversammlungen der vier Bezirksärztekammern zugewinnen. In Nordwürttemberg hat der MB 6 Sitze zugewonnen (31/106 Sitzen, 2018: 25/106), in Nordbaden 7 Sitze (39/97 Sitzen, 2018: 32/97), in Südwürttemberg 4 Sitze (30/65 Sitzen, 2018: 26/65) und in Südbaden 6 Sitze (30/91 Sitzen, 2018: 24/81). Der Dank gilt insbesondere den 575 Kandidatinnen und Kandidaten, die bei dieser Kammerwahl dem MB vor Ort ein Gesicht gegeben haben. Durch das Engagement der Kandidatinnen und Kandidaten ist es gelungen, Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken, medizinischen Versorgungszentren und Praxen von den Zielen des Marburger Bundes zu überzeugen und zur Wahlteilnahme zu bewegen.

Zahlreiche Wählerinnen und Wähler haben dem Marburger Bund Ihr Vertrauen geschenkt. Dadurch sind die absoluten Stimmzahlen ebenso deutlich gestiegen. 2018 hat der MB in allen vier Bezirken 202.869 Stimmen gewonnen, dieses Jahr sind es insgesamt 294.582 Stimmen. Das entspricht einer Steigerung von 45,2 %. Hier die Ergebnisse nach Bezirk:

Ein wichtiges Ziel: Bessere Vertretung der angestellten Ärztinnen und Ärzte

Der Marburger Bund hatte sich für die diesjährige Kammerwahl das Ziel gesetzt, die Interessenvertretung der angestellten Ärztinnen und Ärzte in den Kammern zu stärken.

Maßgebliche Beschlüsse zu den Kammerwahlen wurden auf der Klausurtagung des Landesvorstandes im Februar 2022 getroffen

Gute Vorbereitung hat sich ausgezahlt

Schon frühzeitig, vor mehr als einem Jahr, hat sich der Landesvorstand auf einem Thementag intensiv mit den Kammerwahlen auseinandergesetzt. Auf der Anfang 2022 stattfindenden Klausurtagung des Landesvorstandes wurde beschlossen, die diesjährigen Kammerwahlen mit einer crossmedialen Wahlkampagne zu begleiten. Eine Steuerungsgruppe bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus den vier Bezirken machte sich an die Planung. Schritt für Schritt wurden die beschlossenen Maßnahmen dann umgesetzt: es wurde eine Wahlwebseite eingerichtet, klassische Printprodukte (Flyer, Plakate, Broschüren) vorbereitet, die Social-Media-Aktivitäten immer weiter ausgebaut und verschiedene Online- und Präsenzveranstaltungen durchgeführt. 575 Kandidatinnen und Kandidaten haben sich unter anderem auf der Wahlwebseite, in den Printprodukten und in Wahlaufruf-Videos persönlich vorgestellt. Darüber hinaus gab es regelmäßig Mitgliedermailings, in denen zur Wahl informiert wurde. In der heißen Phase gab es in einigen Kliniken selbstorganisierte Wahltage und zahlreiche Schoko-Verteil-Aktionen. So ist es gelungen, die Kammerwahl zum Thema zu machen. Im nächsten Schritt gilt es, in den Kammern Mehrheiten zu organisieren, um zukünftig die Interessen der angestellten Ärztinnen und Ärzte noch besser zu vertreten.

Sylvia Ottmüller, 1. Landesvorsitzende und Dr. Jörg Woll, 2. Landesvorsitzender Marburger Bund Baden-Württemberg

von Sylvia Ottmüller und Dr. Jörg Woll

Über 50% Stimmenzugewinn: Dr. Ulrich Saueressig und Sylvia Ottmüller gewählt

Vor Kurzem wurde das vorläufige Ergebnis der Wahl zur Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg bekannt gegeben. Bei der vergangenen KV-Wahl hat die Liste des Marburger Bundes mit 13 Kandidatinnen und Kandidaten insgesamt 6.639 Stimmen gewinnen können, was einem Sitz in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg entsprach. Bei der diesjährigen Wahl konnte unsere Liste mit 63 Kandidatinnen und Kandidaten insgesamt 10.093 Stimmen gewinnen. Dies entspricht einem prozentualen Stimmzugewinn über 50%. Von bisher einem Sitz in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung kommend, ist es uns gelungen nun zwei Sitze zu gewinnen. Zukünftig werden Dr. Ulrich Saueressig und Sylvia Ottmüller die Interessen der ambulant angestellten Ärztinnen und Ärzte und der Ärztinnen und Ärzte mit KV-Ermächtigung vertreten.

Wie ist das Ergebnis zu bewerten?

Bei der letzten Wahl sind 13 ärztliche Listen angetreten, bei der diesjährigen Wahl waren es 20 Listen. Der Konkurrenzdruck war also dieses Mal deutlich höher als beim letzten Mal, was die Umbrüche an der Spitze der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg widerspiegelt. Uns ist es gelungen, mit einer starken Liste einen Stimmenzuwachs von mehr als 50% zu erreichen. Dieser doch enorme Stimmenzuwachs lässt uns zuversichtlich auf die anstehenden Kammerwahlen im Herbst blicken: Frei nach dem Motto „Nach der Wahl ist vor der Wahl“ rufen wir Sie, unsere Mitglieder auf, sich an den Kammerwahlen, sei es als Kandidat/Kandidatin oder als Wähler/Wählerin zu beteiligen. Gemeinsam können wir auch in den Kammern eine bessere Vertretung der angestellten Ärztinnen und Ärzte erreichen!

(oben links: Prof. Dr. Martin Hausberg; oben rechts: Dr. Arne Dresen; unten links: Christoph Nießner; unten rechts: Dr. Michael Preusch)

Die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Strukturen der Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten stellt eine der wichtigsten Herausforderungen der Zukunft dar. Hier sind zuallererst die Kassenärztlichen Vereinigungen im Rahmen ihres Sicherstellungsauftrages gefordert Lösungen zu entwickeln. Da die Notfallversorgung jedoch auch eine Schnittstelle zwischen der ambulanten und stationären Medizin bildet, sind die Krankenhäuser ebenso mit im Boot. Hier will der Marburger Bund durch eine starke Vertretung in der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg in Zukunft aktiv mitgestalten – wie bereits auch in anderen Gremien.

Das System der ärztlichen Bereitschaftsdienste als Notfallpraxen oder Fahrdienst ist komplex. Ob als singulärer 24-Stunden Standort im ländlichen Raum oder im urbanen Bereich als Kernzeit-Abdeckung an eine Klinik angedockt, es gibt zahlreiche verschiedene Modelle, wie die KV-Notfallpraxen organisatorisch aufgestellt sind. Oft – aber leider nicht immer – kommt es dabei zu einer gegenseitigen Entlastung, so Prof. Dr. Martin Hausberg, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Das Krankenhaus übernimmt die schweren und aufwendigen Fälle, die Kolleginnen und Kollegen in der Notfallpraxis kümmern sich um die leichteren Fälle, die weiter ambulant verbleiben. So die Theorie, die eine entsprechende Nähe der Einrichtungen und eine standardisierte Triage der Patientinnen und Patienten voraussetzt. Leider sieht die Praxis jedoch oft anderes aus. Dass dies so ist, dafür kennt Prof. Dr. Hausberg gleich mehrere Gründe. Zum einen seien die Erreichbarkeiten der Notfallpraxen oft zeitlich limitiert, die Patientenströme jedoch häufig nicht. Zudem gäbe es eine gesteigerte Erwartungshaltung der Patientinnen und Patienten an eine allzeit verfügbare Medizin, die einer an der medizinisch Notwendigen orientierten Planung entgegensteht. Darüber hinaus benötigt eine zunehmende älter werdende Bevölkerung auch mehr Ressourcen im Gesundheitssystem als zuvor. Und dies alles unter den ohnehin schon harten Corona-Bedingungen, die die Kliniken zunehmend ans Limit bringen. Lange könne und werde das nicht mehr gut gehen, so Prof. Dr. Hausberg.

Auch im präklinischen Setup wird eine bessere Verzahnung der einzelnen Dienste dringend benötigt. Das Abkoppeln der KV-Rufnummer 116117 von den Leitstellen hin zu zentralen Call-Centern habe mehr Probleme geschaffen als gelöst, so Christoph Nießner, Facharzt für Anästhesie und Notfallmediziner. Gerade in der Versorgung vor Ort müssten Struktur und Kommunikation deutlich verbessert werden. Die Fahrdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen versorgen Patientinnen und Patienten zu Hause, sodass diese neben einer ärztlichen Untersuchung auch Medikamente erhalten können. Nur wenn absolut nötig sollte eine Einweisung oder gar das Einschalten des Rettungsdienstes mit Notarzt erfolgen. Zentraler Punkt in der Organisation dieser Strukturen ist dabei die KV-Hotline 116117, die sorgfältig triagieren müsse. Auch das ambulante Verbleiben von Patientinnen und Patienten des Rettungsdienstes mit anschließendem Hausbesuch sei so möglich, so Nießner weiter. All dies kann und wird in Zukunft von zunehmender Bedeutung sein, um eine gute medizinische Versorgung vor Ort zu gewährleisten, ohne dass durch einen unkontrollierten Zustrom von Patientinnen und Patienten die Notaufnahmen der Kliniken überflutet werden. Deshalb kandidiere er auch für die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.  Lösungen könne man nur gemeinsam finden.

Dass die Digitalisierung hier in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, scheint sicher. Wie genau dieser Weg aussieht ist allerdings offen. Ersthelfer-App und Telenotarzt seien z.B. zwei Projekte, die diese neuen Möglichkeiten nutzen, so Dr. Michael Preusch (MdL). Dies sei aber erst der Anfang. So können in Zukunft neben dem eigentlichen Gespräch auch medizinische Daten aus dem Hausnotruf oder z.B. einem Pflegeheim übertragen werden. Diese könnten dann von einem Arzt im KV-Notdienst bewertet und eine entsprechend ressourcenoptimierte Therapie eingeleitet werden. Als Kardiologe sei ihm dies besonders im Hinblick auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt sehr wichtig. Nur eine gute Vernetzung des ambulanten und stationären Sektors ermögliche eine sinnvolle und rasche Patientensteuerung. Und dafür brauche es nicht nur die Kassenärztlichen Vereinigungen als solche, sondern eben auch einen starken Marburger Bund in der Vertreterversammlung Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg!

Für diese kandidiert auch Dr. Arne Dresen, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Gerade bei kranken Kindern ist es oft gar nicht so einfach die richtige Balance zu finden, spielen doch Emotionen hier oft eine große Rolle. Das Zusammenspiel mit dem Kinderärztlichen Notdienst klappe in der Regel gut, aber auch hier stecke der Teufel manchmal im Detail. Die Notaufnahme seiner Klinik sei optisch präsent, der Eingang zum Kinderärztlichen Notdienst jedoch nicht so einfach zu finden. Daher komme es dann oft zur primären Fehlsteuerung von Patientinnen und Patienten, genauer gesagt deren Eltern.  Auch komme dazu, dass vielen Familien das System der ärztlichen Notdienste gar nicht geläufig sei. Insbesondere im europäischen Ausland gibt es keine vergleichbaren Strukturen. Dies macht es für Familien mit Migrationshintergrund noch schwieriger, zu entscheiden, an wen sie sich wenden sollen. Hier sei man das Krankenhaus als natürliche Anlaufstelle in Notfällen gewohnt und kenne daher auch nichts anderes. In diesen Fällen müsse oft umständlich die Funktion des Kinderärztlichen Notdienstes erklärt werden und dass hier eine ebenso gute medizinische Versorgung durchgeführt werde.

Alles in allem seien die KV-Notdienste aber ein sehr wichtiger Baustein im Gesamtsystem der Notfallversorgung, ohne die eine Überlastung der Kliniken nicht zu verhindern wäre, hierin sind sich Hausberg, Nießner und Dresen einig. Sicher, einiges muss in Zukunft optimiert und an die neuen Herausforderungen angepasst werden, dies gilt es nach der KV-Wahl anzupacken. In der Bezirksärztekammer Nordbaden wurde auf Initiative des Marburger Bundes bereits ein Arbeitskreis zum Thema Notfallversorgung eingerichtet, der sich mit vielen der genannten Themen beschäftigt und an Lösungen arbeitet – ein Erfolg! Und dieser zeigt auch, wie wichtig das Engagement der vielen Mitglieder des Marburger Bundes in der in Kammer und KV ist!

(oben links: Prof. Dr. Martin Hausberg; oben rechts: Dr. Arne Dresen; unten links: Christoph Nießner; unten rechts: Dr. Michael Preusch)

Die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Strukturen der Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten stellt eine der wichtigsten Herausforderungen der Zukunft dar. Hier sind zuallererst die Kassenärztlichen Vereinigungen im Rahmen ihres Sicherstellungsauftrages gefordert Lösungen zu entwickeln. Da die Notfallversorgung jedoch auch eine Schnittstelle zwischen der ambulanten und stationären Medizin bildet, sind die Krankenhäuser ebenso mit im Boot. Hier will der Marburger Bund durch eine starke Vertretung in der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg in Zukunft aktiv mitgestalten – wie bereits auch in anderen Gremien.

Das System der ärztlichen Bereitschaftsdienste als Notfallpraxen oder Fahrdienst ist komplex. Ob als singulärer 24-Stunden Standort im ländlichen Raum oder im urbanen Bereich als Kernzeit-Abdeckung an eine Klinik angedockt, es gibt zahlreiche verschiedene Modelle, wie die KV-Notfallpraxen organisatorisch aufgestellt sind. Oft – aber leider nicht immer – kommt es dabei zu einer gegenseitigen Entlastung, so Prof. Dr. Martin Hausberg, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Das Krankenhaus übernimmt die schweren und aufwendigen Fälle, die Kolleginnen und Kollegen in der Notfallpraxis kümmern sich um die leichteren Fälle, die weiter ambulant verbleiben. So die Theorie, die eine entsprechende Nähe der Einrichtungen und eine standardisierte Triage der Patientinnen und Patienten voraussetzt. Leider sieht die Praxis jedoch oft anderes aus. Dass dies so ist, dafür kennt Prof. Dr. Hausberg gleich mehrere Gründe. Zum einen seien die Erreichbarkeiten der Notfallpraxen oft zeitlich limitiert, die Patientenströme jedoch häufig nicht. Zudem gäbe es eine gesteigerte Erwartungshaltung der Patientinnen und Patienten an eine allzeit verfügbare Medizin, die einer an der medizinisch Notwendigen orientierten Planung entgegensteht. Darüber hinaus benötigt eine zunehmende älter werdende Bevölkerung auch mehr Ressourcen im Gesundheitssystem als zuvor. Und dies alles unter den ohnehin schon harten Corona-Bedingungen, die die Kliniken zunehmend ans Limit bringen. Lange könne und werde das nicht mehr gut gehen, so Prof. Dr. Hausberg.

Auch im präklinischen Setup wird eine bessere Verzahnung der einzelnen Dienste dringend benötigt. Das Abkoppeln der KV-Rufnummer 116117 von den Leitstellen hin zu zentralen Call-Centern habe mehr Probleme geschaffen als gelöst, so Christoph Nießner, Facharzt für Anästhesie und Notfallmediziner. Gerade in der Versorgung vor Ort müssten Struktur und Kommunikation deutlich verbessert werden. Die Fahrdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen versorgen Patientinnen und Patienten zu Hause, sodass diese neben einer ärztlichen Untersuchung auch Medikamente erhalten können. Nur wenn absolut nötig sollte eine Einweisung oder gar das Einschalten des Rettungsdienstes mit Notarzt erfolgen. Zentraler Punkt in der Organisation dieser Strukturen ist dabei die KV-Hotline 116117, die sorgfältig triagieren müsse. Auch das ambulante Verbleiben von Patientinnen und Patienten des Rettungsdienstes mit anschließendem Hausbesuch sei so möglich, so Nießner weiter. All dies kann und wird in Zukunft von zunehmender Bedeutung sein, um eine gute medizinische Versorgung vor Ort zu gewährleisten, ohne dass durch einen unkontrollierten Zustrom von Patientinnen und Patienten die Notaufnahmen der Kliniken überflutet werden. Deshalb kandidiere er auch für die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.  Lösungen könne man nur gemeinsam finden.

Dass die Digitalisierung hier in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, scheint sicher. Wie genau dieser Weg aussieht ist allerdings offen. Ersthelfer-App und Telenotarzt seien z.B. zwei Projekte, die diese neuen Möglichkeiten nutzen, so Dr. Michael Preusch (MdL). Dies sei aber erst der Anfang. So können in Zukunft neben dem eigentlichen Gespräch auch medizinische Daten aus dem Hausnotruf oder z.B. einem Pflegeheim übertragen werden. Diese könnten dann von einem Arzt im KV-Notdienst bewertet und eine entsprechend ressourcenoptimierte Therapie eingeleitet werden. Als Kardiologe sei ihm dies besonders im Hinblick auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt sehr wichtig. Nur eine gute Vernetzung des ambulanten und stationären Sektors ermögliche eine sinnvolle und rasche Patientensteuerung. Und dafür brauche es nicht nur die Kassenärztlichen Vereinigungen als solche, sondern eben auch einen starken Marburger Bund in der Vertreterversammlung Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg!

Für diese kandidiert auch Dr. Arne Dresen, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Gerade bei kranken Kindern ist es oft gar nicht so einfach die richtige Balance zu finden, spielen doch Emotionen hier oft eine große Rolle. Das Zusammenspiel mit dem Kinderärztlichen Notdienst klappe in der Regel gut, aber auch hier stecke der Teufel manchmal im Detail. Die Notaufnahme seiner Klinik sei optisch präsent, der Eingang zum Kinderärztlichen Notdienst jedoch nicht so einfach zu finden. Daher komme es dann oft zur primären Fehlsteuerung von Patientinnen und Patienten, genauer gesagt deren Eltern.  Auch komme dazu, dass vielen Familien das System der ärztlichen Notdienste gar nicht geläufig sei. Insbesondere im europäischen Ausland gibt es keine vergleichbaren Strukturen. Dies macht es für Familien mit Migrationshintergrund noch schwieriger, zu entscheiden, an wen sie sich wenden sollen. Hier sei man das Krankenhaus als natürliche Anlaufstelle in Notfällen gewohnt und kenne daher auch nichts anderes. In diesen Fällen müsse oft umständlich die Funktion des Kinderärztlichen Notdienstes erklärt werden und dass hier eine ebenso gute medizinische Versorgung durchgeführt werde.

Alles in allem seien die KV-Notdienste aber ein sehr wichtiger Baustein im Gesamtsystem der Notfallversorgung, ohne die eine Überlastung der Kliniken nicht zu verhindern wäre, hierin sind sich Hausberg, Nießner und Dresen einig. Sicher, einiges muss in Zukunft optimiert und an die neuen Herausforderungen angepasst werden, dies gilt es nach der KV-Wahl anzupacken. In der Bezirksärztekammer Nordbaden wurde auf Initiative des Marburger Bundes bereits ein Arbeitskreis zum Thema Notfallversorgung eingerichtet, der sich mit vielen der genannten Themen beschäftigt und an Lösungen arbeitet – ein Erfolg! Und dieser zeigt auch, wie wichtig das Engagement der vielen Mitglieder des Marburger Bundes in der in Kammer und KV ist!

(oben links: Prof. Dr. Martin Hausberg; oben rechts: Dr. Arne Dresen; unten links: Christoph Nießner; unten rechts: Dr. Michael Preusch)

Die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Strukturen der Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten stellt eine der wichtigsten Herausforderungen der Zukunft dar. Hier sind zuallererst die Kassenärztlichen Vereinigungen im Rahmen ihres Sicherstellungsauftrages gefordert Lösungen zu entwickeln. Da die Notfallversorgung jedoch auch eine Schnittstelle zwischen der ambulanten und stationären Medizin bildet, sind die Krankenhäuser ebenso mit im Boot. Hier will der Marburger Bund durch eine starke Vertretung in der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg in Zukunft aktiv mitgestalten – wie bereits auch in anderen Gremien.

Das System der ärztlichen Bereitschaftsdienste als Notfallpraxen oder Fahrdienst ist komplex. Ob als singulärer 24-Stunden Standort im ländlichen Raum oder im urbanen Bereich als Kernzeit-Abdeckung an eine Klinik angedockt, es gibt zahlreiche verschiedene Modelle, wie die KV-Notfallpraxen organisatorisch aufgestellt sind. Oft – aber leider nicht immer – kommt es dabei zu einer gegenseitigen Entlastung, so Prof. Dr. Martin Hausberg, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Das Krankenhaus übernimmt die schweren und aufwendigen Fälle, die Kolleginnen und Kollegen in der Notfallpraxis kümmern sich um die leichteren Fälle, die weiter ambulant verbleiben. So die Theorie, die eine entsprechende Nähe der Einrichtungen und eine standardisierte Triage der Patientinnen und Patienten voraussetzt. Leider sieht die Praxis jedoch oft anderes aus. Dass dies so ist, dafür kennt Prof. Dr. Hausberg gleich mehrere Gründe. Zum einen seien die Erreichbarkeiten der Notfallpraxen oft zeitlich limitiert, die Patientenströme jedoch häufig nicht. Zudem gäbe es eine gesteigerte Erwartungshaltung der Patientinnen und Patienten an eine allzeit verfügbare Medizin, die einer an der medizinisch Notwendigen orientierten Planung entgegensteht. Darüber hinaus benötigt eine zunehmende älter werdende Bevölkerung auch mehr Ressourcen im Gesundheitssystem als zuvor. Und dies alles unter den ohnehin schon harten Corona-Bedingungen, die die Kliniken zunehmend ans Limit bringen. Lange könne und werde das nicht mehr gut gehen, so Prof. Dr. Hausberg.

Auch im präklinischen Setup wird eine bessere Verzahnung der einzelnen Dienste dringend benötigt. Das Abkoppeln der KV-Rufnummer 116117 von den Leitstellen hin zu zentralen Call-Centern habe mehr Probleme geschaffen als gelöst, so Christoph Nießner, Facharzt für Anästhesie und Notfallmediziner. Gerade in der Versorgung vor Ort müssten Struktur und Kommunikation deutlich verbessert werden. Die Fahrdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen versorgen Patientinnen und Patienten zu Hause, sodass diese neben einer ärztlichen Untersuchung auch Medikamente erhalten können. Nur wenn absolut nötig sollte eine Einweisung oder gar das Einschalten des Rettungsdienstes mit Notarzt erfolgen. Zentraler Punkt in der Organisation dieser Strukturen ist dabei die KV-Hotline 116117, die sorgfältig triagieren müsse. Auch das ambulante Verbleiben von Patientinnen und Patienten des Rettungsdienstes mit anschließendem Hausbesuch sei so möglich, so Nießner weiter. All dies kann und wird in Zukunft von zunehmender Bedeutung sein, um eine gute medizinische Versorgung vor Ort zu gewährleisten, ohne dass durch einen unkontrollierten Zustrom von Patientinnen und Patienten die Notaufnahmen der Kliniken überflutet werden. Deshalb kandidiere er auch für die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.  Lösungen könne man nur gemeinsam finden.

Dass die Digitalisierung hier in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, scheint sicher. Wie genau dieser Weg aussieht ist allerdings offen. Ersthelfer-App und Telenotarzt seien z.B. zwei Projekte, die diese neuen Möglichkeiten nutzen, so Dr. Michael Preusch (MdL). Dies sei aber erst der Anfang. So können in Zukunft neben dem eigentlichen Gespräch auch medizinische Daten aus dem Hausnotruf oder z.B. einem Pflegeheim übertragen werden. Diese könnten dann von einem Arzt im KV-Notdienst bewertet und eine entsprechend ressourcenoptimierte Therapie eingeleitet werden. Als Kardiologe sei ihm dies besonders im Hinblick auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt sehr wichtig. Nur eine gute Vernetzung des ambulanten und stationären Sektors ermögliche eine sinnvolle und rasche Patientensteuerung. Und dafür brauche es nicht nur die Kassenärztlichen Vereinigungen als solche, sondern eben auch einen starken Marburger Bund in der Vertreterversammlung Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg!

Für diese kandidiert auch Dr. Arne Dresen, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Gerade bei kranken Kindern ist es oft gar nicht so einfach die richtige Balance zu finden, spielen doch Emotionen hier oft eine große Rolle. Das Zusammenspiel mit dem Kinderärztlichen Notdienst klappe in der Regel gut, aber auch hier stecke der Teufel manchmal im Detail. Die Notaufnahme seiner Klinik sei optisch präsent, der Eingang zum Kinderärztlichen Notdienst jedoch nicht so einfach zu finden. Daher komme es dann oft zur primären Fehlsteuerung von Patientinnen und Patienten, genauer gesagt deren Eltern.  Auch komme dazu, dass vielen Familien das System der ärztlichen Notdienste gar nicht geläufig sei. Insbesondere im europäischen Ausland gibt es keine vergleichbaren Strukturen. Dies macht es für Familien mit Migrationshintergrund noch schwieriger, zu entscheiden, an wen sie sich wenden sollen. Hier sei man das Krankenhaus als natürliche Anlaufstelle in Notfällen gewohnt und kenne daher auch nichts anderes. In diesen Fällen müsse oft umständlich die Funktion des Kinderärztlichen Notdienstes erklärt werden und dass hier eine ebenso gute medizinische Versorgung durchgeführt werde.

Alles in allem seien die KV-Notdienste aber ein sehr wichtiger Baustein im Gesamtsystem der Notfallversorgung, ohne die eine Überlastung der Kliniken nicht zu verhindern wäre, hierin sind sich Hausberg, Nießner und Dresen einig. Sicher, einiges muss in Zukunft optimiert und an die neuen Herausforderungen angepasst werden, dies gilt es nach der KV-Wahl anzupacken. In der Bezirksärztekammer Nordbaden wurde auf Initiative des Marburger Bundes bereits ein Arbeitskreis zum Thema Notfallversorgung eingerichtet, der sich mit vielen der genannten Themen beschäftigt und an Lösungen arbeitet – ein Erfolg! Und dieser zeigt auch, wie wichtig das Engagement der vielen Mitglieder des Marburger Bundes in der in Kammer und KV ist!

(oben links: Prof. Dr. Martin Hausberg; oben rechts: Dr. Arne Dresen; unten links: Christoph Nießner; unten rechts: Dr. Michael Preusch)

Die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Strukturen der Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten stellt eine der wichtigsten Herausforderungen der Zukunft dar. Hier sind zuallererst die Kassenärztlichen Vereinigungen im Rahmen ihres Sicherstellungsauftrages gefordert Lösungen zu entwickeln. Da die Notfallversorgung jedoch auch eine Schnittstelle zwischen der ambulanten und stationären Medizin bildet, sind die Krankenhäuser ebenso mit im Boot. Hier will der Marburger Bund durch eine starke Vertretung in der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg in Zukunft aktiv mitgestalten – wie bereits auch in anderen Gremien.

Das System der ärztlichen Bereitschaftsdienste als Notfallpraxen oder Fahrdienst ist komplex. Ob als singulärer 24-Stunden Standort im ländlichen Raum oder im urbanen Bereich als Kernzeit-Abdeckung an eine Klinik angedockt, es gibt zahlreiche verschiedene Modelle, wie die KV-Notfallpraxen organisatorisch aufgestellt sind. Oft – aber leider nicht immer – kommt es dabei zu einer gegenseitigen Entlastung, so Prof. Dr. Martin Hausberg, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Das Krankenhaus übernimmt die schweren und aufwendigen Fälle, die Kolleginnen und Kollegen in der Notfallpraxis kümmern sich um die leichteren Fälle, die weiter ambulant verbleiben. So die Theorie, die eine entsprechende Nähe der Einrichtungen und eine standardisierte Triage der Patientinnen und Patienten voraussetzt. Leider sieht die Praxis jedoch oft anderes aus. Dass dies so ist, dafür kennt Prof. Dr. Hausberg gleich mehrere Gründe. Zum einen seien die Erreichbarkeiten der Notfallpraxen oft zeitlich limitiert, die Patientenströme jedoch häufig nicht. Zudem gäbe es eine gesteigerte Erwartungshaltung der Patientinnen und Patienten an eine allzeit verfügbare Medizin, die einer an der medizinisch Notwendigen orientierten Planung entgegensteht. Darüber hinaus benötigt eine zunehmende älter werdende Bevölkerung auch mehr Ressourcen im Gesundheitssystem als zuvor. Und dies alles unter den ohnehin schon harten Corona-Bedingungen, die die Kliniken zunehmend ans Limit bringen. Lange könne und werde das nicht mehr gut gehen, so Prof. Dr. Hausberg.

Auch im präklinischen Setup wird eine bessere Verzahnung der einzelnen Dienste dringend benötigt. Das Abkoppeln der KV-Rufnummer 116117 von den Leitstellen hin zu zentralen Call-Centern habe mehr Probleme geschaffen als gelöst, so Christoph Nießner, Facharzt für Anästhesie und Notfallmediziner. Gerade in der Versorgung vor Ort müssten Struktur und Kommunikation deutlich verbessert werden. Die Fahrdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen versorgen Patientinnen und Patienten zu Hause, sodass diese neben einer ärztlichen Untersuchung auch Medikamente erhalten können. Nur wenn absolut nötig sollte eine Einweisung oder gar das Einschalten des Rettungsdienstes mit Notarzt erfolgen. Zentraler Punkt in der Organisation dieser Strukturen ist dabei die KV-Hotline 116117, die sorgfältig triagieren müsse. Auch das ambulante Verbleiben von Patientinnen und Patienten des Rettungsdienstes mit anschließendem Hausbesuch sei so möglich, so Nießner weiter. All dies kann und wird in Zukunft von zunehmender Bedeutung sein, um eine gute medizinische Versorgung vor Ort zu gewährleisten, ohne dass durch einen unkontrollierten Zustrom von Patientinnen und Patienten die Notaufnahmen der Kliniken überflutet werden. Deshalb kandidiere er auch für die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.  Lösungen könne man nur gemeinsam finden.

Dass die Digitalisierung hier in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, scheint sicher. Wie genau dieser Weg aussieht ist allerdings offen. Ersthelfer-App und Telenotarzt seien z.B. zwei Projekte, die diese neuen Möglichkeiten nutzen, so Dr. Michael Preusch (MdL). Dies sei aber erst der Anfang. So können in Zukunft neben dem eigentlichen Gespräch auch medizinische Daten aus dem Hausnotruf oder z.B. einem Pflegeheim übertragen werden. Diese könnten dann von einem Arzt im KV-Notdienst bewertet und eine entsprechend ressourcenoptimierte Therapie eingeleitet werden. Als Kardiologe sei ihm dies besonders im Hinblick auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt sehr wichtig. Nur eine gute Vernetzung des ambulanten und stationären Sektors ermögliche eine sinnvolle und rasche Patientensteuerung. Und dafür brauche es nicht nur die Kassenärztlichen Vereinigungen als solche, sondern eben auch einen starken Marburger Bund in der Vertreterversammlung Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg!

Für diese kandidiert auch Dr. Arne Dresen, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Gerade bei kranken Kindern ist es oft gar nicht so einfach die richtige Balance zu finden, spielen doch Emotionen hier oft eine große Rolle. Das Zusammenspiel mit dem Kinderärztlichen Notdienst klappe in der Regel gut, aber auch hier stecke der Teufel manchmal im Detail. Die Notaufnahme seiner Klinik sei optisch präsent, der Eingang zum Kinderärztlichen Notdienst jedoch nicht so einfach zu finden. Daher komme es dann oft zur primären Fehlsteuerung von Patientinnen und Patienten, genauer gesagt deren Eltern.  Auch komme dazu, dass vielen Familien das System der ärztlichen Notdienste gar nicht geläufig sei. Insbesondere im europäischen Ausland gibt es keine vergleichbaren Strukturen. Dies macht es für Familien mit Migrationshintergrund noch schwieriger, zu entscheiden, an wen sie sich wenden sollen. Hier sei man das Krankenhaus als natürliche Anlaufstelle in Notfällen gewohnt und kenne daher auch nichts anderes. In diesen Fällen müsse oft umständlich die Funktion des Kinderärztlichen Notdienstes erklärt werden und dass hier eine ebenso gute medizinische Versorgung durchgeführt werde.

Alles in allem seien die KV-Notdienste aber ein sehr wichtiger Baustein im Gesamtsystem der Notfallversorgung, ohne die eine Überlastung der Kliniken nicht zu verhindern wäre, hierin sind sich Hausberg, Nießner und Dresen einig. Sicher, einiges muss in Zukunft optimiert und an die neuen Herausforderungen angepasst werden, dies gilt es nach der KV-Wahl anzupacken. In der Bezirksärztekammer Nordbaden wurde auf Initiative des Marburger Bundes bereits ein Arbeitskreis zum Thema Notfallversorgung eingerichtet, der sich mit vielen der genannten Themen beschäftigt und an Lösungen arbeitet – ein Erfolg! Und dieser zeigt auch, wie wichtig das Engagement der vielen Mitglieder des Marburger Bundes in der in Kammer und KV ist!

(oben links: Prof. Dr. Martin Hausberg; oben rechts: Dr. Arne Dresen; unten links: Christoph Nießner; unten rechts: Dr. Michael Preusch)

Die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Strukturen der Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten stellt eine der wichtigsten Herausforderungen der Zukunft dar. Hier sind zuallererst die Kassenärztlichen Vereinigungen im Rahmen ihres Sicherstellungsauftrages gefordert Lösungen zu entwickeln. Da die Notfallversorgung jedoch auch eine Schnittstelle zwischen der ambulanten und stationären Medizin bildet, sind die Krankenhäuser ebenso mit im Boot. Hier will der Marburger Bund durch eine starke Vertretung in der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg in Zukunft aktiv mitgestalten – wie bereits auch in anderen Gremien.

Das System der ärztlichen Bereitschaftsdienste als Notfallpraxen oder Fahrdienst ist komplex. Ob als singulärer 24-Stunden Standort im ländlichen Raum oder im urbanen Bereich als Kernzeit-Abdeckung an eine Klinik angedockt, es gibt zahlreiche verschiedene Modelle, wie die KV-Notfallpraxen organisatorisch aufgestellt sind. Oft – aber leider nicht immer – kommt es dabei zu einer gegenseitigen Entlastung, so Prof. Dr. Martin Hausberg, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Das Krankenhaus übernimmt die schweren und aufwendigen Fälle, die Kolleginnen und Kollegen in der Notfallpraxis kümmern sich um die leichteren Fälle, die weiter ambulant verbleiben. So die Theorie, die eine entsprechende Nähe der Einrichtungen und eine standardisierte Triage der Patientinnen und Patienten voraussetzt. Leider sieht die Praxis jedoch oft anderes aus. Dass dies so ist, dafür kennt Prof. Dr. Hausberg gleich mehrere Gründe. Zum einen seien die Erreichbarkeiten der Notfallpraxen oft zeitlich limitiert, die Patientenströme jedoch häufig nicht. Zudem gäbe es eine gesteigerte Erwartungshaltung der Patientinnen und Patienten an eine allzeit verfügbare Medizin, die einer an der medizinisch Notwendigen orientierten Planung entgegensteht. Darüber hinaus benötigt eine zunehmende älter werdende Bevölkerung auch mehr Ressourcen im Gesundheitssystem als zuvor. Und dies alles unter den ohnehin schon harten Corona-Bedingungen, die die Kliniken zunehmend ans Limit bringen. Lange könne und werde das nicht mehr gut gehen, so Prof. Dr. Hausberg.

Auch im präklinischen Setup wird eine bessere Verzahnung der einzelnen Dienste dringend benötigt. Das Abkoppeln der KV-Rufnummer 116117 von den Leitstellen hin zu zentralen Call-Centern habe mehr Probleme geschaffen als gelöst, so Christoph Nießner, Facharzt für Anästhesie und Notfallmediziner. Gerade in der Versorgung vor Ort müssten Struktur und Kommunikation deutlich verbessert werden. Die Fahrdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen versorgen Patientinnen und Patienten zu Hause, sodass diese neben einer ärztlichen Untersuchung auch Medikamente erhalten können. Nur wenn absolut nötig sollte eine Einweisung oder gar das Einschalten des Rettungsdienstes mit Notarzt erfolgen. Zentraler Punkt in der Organisation dieser Strukturen ist dabei die KV-Hotline 116117, die sorgfältig triagieren müsse. Auch das ambulante Verbleiben von Patientinnen und Patienten des Rettungsdienstes mit anschließendem Hausbesuch sei so möglich, so Nießner weiter. All dies kann und wird in Zukunft von zunehmender Bedeutung sein, um eine gute medizinische Versorgung vor Ort zu gewährleisten, ohne dass durch einen unkontrollierten Zustrom von Patientinnen und Patienten die Notaufnahmen der Kliniken überflutet werden. Deshalb kandidiere er auch für die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.  Lösungen könne man nur gemeinsam finden.

Dass die Digitalisierung hier in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, scheint sicher. Wie genau dieser Weg aussieht ist allerdings offen. Ersthelfer-App und Telenotarzt seien z.B. zwei Projekte, die diese neuen Möglichkeiten nutzen, so Dr. Michael Preusch (MdL). Dies sei aber erst der Anfang. So können in Zukunft neben dem eigentlichen Gespräch auch medizinische Daten aus dem Hausnotruf oder z.B. einem Pflegeheim übertragen werden. Diese könnten dann von einem Arzt im KV-Notdienst bewertet und eine entsprechend ressourcenoptimierte Therapie eingeleitet werden. Als Kardiologe sei ihm dies besonders im Hinblick auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt sehr wichtig. Nur eine gute Vernetzung des ambulanten und stationären Sektors ermögliche eine sinnvolle und rasche Patientensteuerung. Und dafür brauche es nicht nur die Kassenärztlichen Vereinigungen als solche, sondern eben auch einen starken Marburger Bund in der Vertreterversammlung Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg!

Für diese kandidiert auch Dr. Arne Dresen, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Gerade bei kranken Kindern ist es oft gar nicht so einfach die richtige Balance zu finden, spielen doch Emotionen hier oft eine große Rolle. Das Zusammenspiel mit dem Kinderärztlichen Notdienst klappe in der Regel gut, aber auch hier stecke der Teufel manchmal im Detail. Die Notaufnahme seiner Klinik sei optisch präsent, der Eingang zum Kinderärztlichen Notdienst jedoch nicht so einfach zu finden. Daher komme es dann oft zur primären Fehlsteuerung von Patientinnen und Patienten, genauer gesagt deren Eltern.  Auch komme dazu, dass vielen Familien das System der ärztlichen Notdienste gar nicht geläufig sei. Insbesondere im europäischen Ausland gibt es keine vergleichbaren Strukturen. Dies macht es für Familien mit Migrationshintergrund noch schwieriger, zu entscheiden, an wen sie sich wenden sollen. Hier sei man das Krankenhaus als natürliche Anlaufstelle in Notfällen gewohnt und kenne daher auch nichts anderes. In diesen Fällen müsse oft umständlich die Funktion des Kinderärztlichen Notdienstes erklärt werden und dass hier eine ebenso gute medizinische Versorgung durchgeführt werde.

Alles in allem seien die KV-Notdienste aber ein sehr wichtiger Baustein im Gesamtsystem der Notfallversorgung, ohne die eine Überlastung der Kliniken nicht zu verhindern wäre, hierin sind sich Hausberg, Nießner und Dresen einig. Sicher, einiges muss in Zukunft optimiert und an die neuen Herausforderungen angepasst werden, dies gilt es nach der KV-Wahl anzupacken. In der Bezirksärztekammer Nordbaden wurde auf Initiative des Marburger Bundes bereits ein Arbeitskreis zum Thema Notfallversorgung eingerichtet, der sich mit vielen der genannten Themen beschäftigt und an Lösungen arbeitet – ein Erfolg! Und dieser zeigt auch, wie wichtig das Engagement der vielen Mitglieder des Marburger Bundes in der in Kammer und KV ist!

(oben links: Prof. Dr. Martin Hausberg; oben rechts: Dr. Arne Dresen; unten links: Christoph Nießner; unten rechts: Dr. Michael Preusch)

Die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Strukturen der Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten stellt eine der wichtigsten Herausforderungen der Zukunft dar. Hier sind zuallererst die Kassenärztlichen Vereinigungen im Rahmen ihres Sicherstellungsauftrages gefordert Lösungen zu entwickeln. Da die Notfallversorgung jedoch auch eine Schnittstelle zwischen der ambulanten und stationären Medizin bildet, sind die Krankenhäuser ebenso mit im Boot. Hier will der Marburger Bund durch eine starke Vertretung in der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg in Zukunft aktiv mitgestalten – wie bereits auch in anderen Gremien.

Das System der ärztlichen Bereitschaftsdienste als Notfallpraxen oder Fahrdienst ist komplex. Ob als singulärer 24-Stunden Standort im ländlichen Raum oder im urbanen Bereich als Kernzeit-Abdeckung an eine Klinik angedockt, es gibt zahlreiche verschiedene Modelle, wie die KV-Notfallpraxen organisatorisch aufgestellt sind. Oft – aber leider nicht immer – kommt es dabei zu einer gegenseitigen Entlastung, so Prof. Dr. Martin Hausberg, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Das Krankenhaus übernimmt die schweren und aufwendigen Fälle, die Kolleginnen und Kollegen in der Notfallpraxis kümmern sich um die leichteren Fälle, die weiter ambulant verbleiben. So die Theorie, die eine entsprechende Nähe der Einrichtungen und eine standardisierte Triage der Patientinnen und Patienten voraussetzt. Leider sieht die Praxis jedoch oft anderes aus. Dass dies so ist, dafür kennt Prof. Dr. Hausberg gleich mehrere Gründe. Zum einen seien die Erreichbarkeiten der Notfallpraxen oft zeitlich limitiert, die Patientenströme jedoch häufig nicht. Zudem gäbe es eine gesteigerte Erwartungshaltung der Patientinnen und Patienten an eine allzeit verfügbare Medizin, die einer an der medizinisch Notwendigen orientierten Planung entgegensteht. Darüber hinaus benötigt eine zunehmende älter werdende Bevölkerung auch mehr Ressourcen im Gesundheitssystem als zuvor. Und dies alles unter den ohnehin schon harten Corona-Bedingungen, die die Kliniken zunehmend ans Limit bringen. Lange könne und werde das nicht mehr gut gehen, so Prof. Dr. Hausberg.

Auch im präklinischen Setup wird eine bessere Verzahnung der einzelnen Dienste dringend benötigt. Das Abkoppeln der KV-Rufnummer 116117 von den Leitstellen hin zu zentralen Call-Centern habe mehr Probleme geschaffen als gelöst, so Christoph Nießner, Facharzt für Anästhesie und Notfallmediziner. Gerade in der Versorgung vor Ort müssten Struktur und Kommunikation deutlich verbessert werden. Die Fahrdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen versorgen Patientinnen und Patienten zu Hause, sodass diese neben einer ärztlichen Untersuchung auch Medikamente erhalten können. Nur wenn absolut nötig sollte eine Einweisung oder gar das Einschalten des Rettungsdienstes mit Notarzt erfolgen. Zentraler Punkt in der Organisation dieser Strukturen ist dabei die KV-Hotline 116117, die sorgfältig triagieren müsse. Auch das ambulante Verbleiben von Patientinnen und Patienten des Rettungsdienstes mit anschließendem Hausbesuch sei so möglich, so Nießner weiter. All dies kann und wird in Zukunft von zunehmender Bedeutung sein, um eine gute medizinische Versorgung vor Ort zu gewährleisten, ohne dass durch einen unkontrollierten Zustrom von Patientinnen und Patienten die Notaufnahmen der Kliniken überflutet werden. Deshalb kandidiere er auch für die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.  Lösungen könne man nur gemeinsam finden.

Dass die Digitalisierung hier in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, scheint sicher. Wie genau dieser Weg aussieht ist allerdings offen. Ersthelfer-App und Telenotarzt seien z.B. zwei Projekte, die diese neuen Möglichkeiten nutzen, so Dr. Michael Preusch (MdL). Dies sei aber erst der Anfang. So können in Zukunft neben dem eigentlichen Gespräch auch medizinische Daten aus dem Hausnotruf oder z.B. einem Pflegeheim übertragen werden. Diese könnten dann von einem Arzt im KV-Notdienst bewertet und eine entsprechend ressourcenoptimierte Therapie eingeleitet werden. Als Kardiologe sei ihm dies besonders im Hinblick auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt sehr wichtig. Nur eine gute Vernetzung des ambulanten und stationären Sektors ermögliche eine sinnvolle und rasche Patientensteuerung. Und dafür brauche es nicht nur die Kassenärztlichen Vereinigungen als solche, sondern eben auch einen starken Marburger Bund in der Vertreterversammlung Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg!

Für diese kandidiert auch Dr. Arne Dresen, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Gerade bei kranken Kindern ist es oft gar nicht so einfach die richtige Balance zu finden, spielen doch Emotionen hier oft eine große Rolle. Das Zusammenspiel mit dem Kinderärztlichen Notdienst klappe in der Regel gut, aber auch hier stecke der Teufel manchmal im Detail. Die Notaufnahme seiner Klinik sei optisch präsent, der Eingang zum Kinderärztlichen Notdienst jedoch nicht so einfach zu finden. Daher komme es dann oft zur primären Fehlsteuerung von Patientinnen und Patienten, genauer gesagt deren Eltern.  Auch komme dazu, dass vielen Familien das System der ärztlichen Notdienste gar nicht geläufig sei. Insbesondere im europäischen Ausland gibt es keine vergleichbaren Strukturen. Dies macht es für Familien mit Migrationshintergrund noch schwieriger, zu entscheiden, an wen sie sich wenden sollen. Hier sei man das Krankenhaus als natürliche Anlaufstelle in Notfällen gewohnt und kenne daher auch nichts anderes. In diesen Fällen müsse oft umständlich die Funktion des Kinderärztlichen Notdienstes erklärt werden und dass hier eine ebenso gute medizinische Versorgung durchgeführt werde.

Alles in allem seien die KV-Notdienste aber ein sehr wichtiger Baustein im Gesamtsystem der Notfallversorgung, ohne die eine Überlastung der Kliniken nicht zu verhindern wäre, hierin sind sich Hausberg, Nießner und Dresen einig. Sicher, einiges muss in Zukunft optimiert und an die neuen Herausforderungen angepasst werden, dies gilt es nach der KV-Wahl anzupacken. In der Bezirksärztekammer Nordbaden wurde auf Initiative des Marburger Bundes bereits ein Arbeitskreis zum Thema Notfallversorgung eingerichtet, der sich mit vielen der genannten Themen beschäftigt und an Lösungen arbeitet – ein Erfolg! Und dieser zeigt auch, wie wichtig das Engagement der vielen Mitglieder des Marburger Bundes in der in Kammer und KV ist!

(oben links: Prof. Dr. Martin Hausberg; oben rechts: Dr. Arne Dresen; unten links: Christoph Nießner; unten rechts: Dr. Michael Preusch)

Die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Strukturen der Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten stellt eine der wichtigsten Herausforderungen der Zukunft dar. Hier sind zuallererst die Kassenärztlichen Vereinigungen im Rahmen ihres Sicherstellungsauftrages gefordert Lösungen zu entwickeln. Da die Notfallversorgung jedoch auch eine Schnittstelle zwischen der ambulanten und stationären Medizin bildet, sind die Krankenhäuser ebenso mit im Boot. Hier will der Marburger Bund durch eine starke Vertretung in der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg in Zukunft aktiv mitgestalten – wie bereits auch in anderen Gremien.

Das System der ärztlichen Bereitschaftsdienste als Notfallpraxen oder Fahrdienst ist komplex. Ob als singulärer 24-Stunden Standort im ländlichen Raum oder im urbanen Bereich als Kernzeit-Abdeckung an eine Klinik angedockt, es gibt zahlreiche verschiedene Modelle, wie die KV-Notfallpraxen organisatorisch aufgestellt sind. Oft – aber leider nicht immer – kommt es dabei zu einer gegenseitigen Entlastung, so Prof. Dr. Martin Hausberg, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Das Krankenhaus übernimmt die schweren und aufwendigen Fälle, die Kolleginnen und Kollegen in der Notfallpraxis kümmern sich um die leichteren Fälle, die weiter ambulant verbleiben. So die Theorie, die eine entsprechende Nähe der Einrichtungen und eine standardisierte Triage der Patientinnen und Patienten voraussetzt. Leider sieht die Praxis jedoch oft anderes aus. Dass dies so ist, dafür kennt Prof. Dr. Hausberg gleich mehrere Gründe. Zum einen seien die Erreichbarkeiten der Notfallpraxen oft zeitlich limitiert, die Patientenströme jedoch häufig nicht. Zudem gäbe es eine gesteigerte Erwartungshaltung der Patientinnen und Patienten an eine allzeit verfügbare Medizin, die einer an der medizinisch Notwendigen orientierten Planung entgegensteht. Darüber hinaus benötigt eine zunehmende älter werdende Bevölkerung auch mehr Ressourcen im Gesundheitssystem als zuvor. Und dies alles unter den ohnehin schon harten Corona-Bedingungen, die die Kliniken zunehmend ans Limit bringen. Lange könne und werde das nicht mehr gut gehen, so Prof. Dr. Hausberg.

Auch im präklinischen Setup wird eine bessere Verzahnung der einzelnen Dienste dringend benötigt. Das Abkoppeln der KV-Rufnummer 116117 von den Leitstellen hin zu zentralen Call-Centern habe mehr Probleme geschaffen als gelöst, so Christoph Nießner, Facharzt für Anästhesie und Notfallmediziner. Gerade in der Versorgung vor Ort müssten Struktur und Kommunikation deutlich verbessert werden. Die Fahrdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen versorgen Patientinnen und Patienten zu Hause, sodass diese neben einer ärztlichen Untersuchung auch Medikamente erhalten können. Nur wenn absolut nötig sollte eine Einweisung oder gar das Einschalten des Rettungsdienstes mit Notarzt erfolgen. Zentraler Punkt in der Organisation dieser Strukturen ist dabei die KV-Hotline 116117, die sorgfältig triagieren müsse. Auch das ambulante Verbleiben von Patientinnen und Patienten des Rettungsdienstes mit anschließendem Hausbesuch sei so möglich, so Nießner weiter. All dies kann und wird in Zukunft von zunehmender Bedeutung sein, um eine gute medizinische Versorgung vor Ort zu gewährleisten, ohne dass durch einen unkontrollierten Zustrom von Patientinnen und Patienten die Notaufnahmen der Kliniken überflutet werden. Deshalb kandidiere er auch für die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.  Lösungen könne man nur gemeinsam finden.

Dass die Digitalisierung hier in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, scheint sicher. Wie genau dieser Weg aussieht ist allerdings offen. Ersthelfer-App und Telenotarzt seien z.B. zwei Projekte, die diese neuen Möglichkeiten nutzen, so Dr. Michael Preusch (MdL). Dies sei aber erst der Anfang. So können in Zukunft neben dem eigentlichen Gespräch auch medizinische Daten aus dem Hausnotruf oder z.B. einem Pflegeheim übertragen werden. Diese könnten dann von einem Arzt im KV-Notdienst bewertet und eine entsprechend ressourcenoptimierte Therapie eingeleitet werden. Als Kardiologe sei ihm dies besonders im Hinblick auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt sehr wichtig. Nur eine gute Vernetzung des ambulanten und stationären Sektors ermögliche eine sinnvolle und rasche Patientensteuerung. Und dafür brauche es nicht nur die Kassenärztlichen Vereinigungen als solche, sondern eben auch einen starken Marburger Bund in der Vertreterversammlung Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg!

Für diese kandidiert auch Dr. Arne Dresen, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Gerade bei kranken Kindern ist es oft gar nicht so einfach die richtige Balance zu finden, spielen doch Emotionen hier oft eine große Rolle. Das Zusammenspiel mit dem Kinderärztlichen Notdienst klappe in der Regel gut, aber auch hier stecke der Teufel manchmal im Detail. Die Notaufnahme seiner Klinik sei optisch präsent, der Eingang zum Kinderärztlichen Notdienst jedoch nicht so einfach zu finden. Daher komme es dann oft zur primären Fehlsteuerung von Patientinnen und Patienten, genauer gesagt deren Eltern.  Auch komme dazu, dass vielen Familien das System der ärztlichen Notdienste gar nicht geläufig sei. Insbesondere im europäischen Ausland gibt es keine vergleichbaren Strukturen. Dies macht es für Familien mit Migrationshintergrund noch schwieriger, zu entscheiden, an wen sie sich wenden sollen. Hier sei man das Krankenhaus als natürliche Anlaufstelle in Notfällen gewohnt und kenne daher auch nichts anderes. In diesen Fällen müsse oft umständlich die Funktion des Kinderärztlichen Notdienstes erklärt werden und dass hier eine ebenso gute medizinische Versorgung durchgeführt werde.

Alles in allem seien die KV-Notdienste aber ein sehr wichtiger Baustein im Gesamtsystem der Notfallversorgung, ohne die eine Überlastung der Kliniken nicht zu verhindern wäre, hierin sind sich Hausberg, Nießner und Dresen einig. Sicher, einiges muss in Zukunft optimiert und an die neuen Herausforderungen angepasst werden, dies gilt es nach der KV-Wahl anzupacken. In der Bezirksärztekammer Nordbaden wurde auf Initiative des Marburger Bundes bereits ein Arbeitskreis zum Thema Notfallversorgung eingerichtet, der sich mit vielen der genannten Themen beschäftigt und an Lösungen arbeitet – ein Erfolg! Und dieser zeigt auch, wie wichtig das Engagement der vielen Mitglieder des Marburger Bundes in der in Kammer und KV ist!

(oben links: Prof. Dr. Martin Hausberg; oben rechts: Dr. Arne Dresen; unten links: Christoph Nießner; unten rechts: Dr. Michael Preusch)

Die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Strukturen der Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten stellt eine der wichtigsten Herausforderungen der Zukunft dar. Hier sind zuallererst die Kassenärztlichen Vereinigungen im Rahmen ihres Sicherstellungsauftrages gefordert Lösungen zu entwickeln. Da die Notfallversorgung jedoch auch eine Schnittstelle zwischen der ambulanten und stationären Medizin bildet, sind die Krankenhäuser ebenso mit im Boot. Hier will der Marburger Bund durch eine starke Vertretung in der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg in Zukunft aktiv mitgestalten – wie bereits auch in anderen Gremien.

Das System der ärztlichen Bereitschaftsdienste als Notfallpraxen oder Fahrdienst ist komplex. Ob als singulärer 24-Stunden Standort im ländlichen Raum oder im urbanen Bereich als Kernzeit-Abdeckung an eine Klinik angedockt, es gibt zahlreiche verschiedene Modelle, wie die KV-Notfallpraxen organisatorisch aufgestellt sind. Oft – aber leider nicht immer – kommt es dabei zu einer gegenseitigen Entlastung, so Prof. Dr. Martin Hausberg, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Das Krankenhaus übernimmt die schweren und aufwendigen Fälle, die Kolleginnen und Kollegen in der Notfallpraxis kümmern sich um die leichteren Fälle, die weiter ambulant verbleiben. So die Theorie, die eine entsprechende Nähe der Einrichtungen und eine standardisierte Triage der Patientinnen und Patienten voraussetzt. Leider sieht die Praxis jedoch oft anderes aus. Dass dies so ist, dafür kennt Prof. Dr. Hausberg gleich mehrere Gründe. Zum einen seien die Erreichbarkeiten der Notfallpraxen oft zeitlich limitiert, die Patientenströme jedoch häufig nicht. Zudem gäbe es eine gesteigerte Erwartungshaltung der Patientinnen und Patienten an eine allzeit verfügbare Medizin, die einer an der medizinisch Notwendigen orientierten Planung entgegensteht. Darüber hinaus benötigt eine zunehmende älter werdende Bevölkerung auch mehr Ressourcen im Gesundheitssystem als zuvor. Und dies alles unter den ohnehin schon harten Corona-Bedingungen, die die Kliniken zunehmend ans Limit bringen. Lange könne und werde das nicht mehr gut gehen, so Prof. Dr. Hausberg.

Auch im präklinischen Setup wird eine bessere Verzahnung der einzelnen Dienste dringend benötigt. Das Abkoppeln der KV-Rufnummer 116117 von den Leitstellen hin zu zentralen Call-Centern habe mehr Probleme geschaffen als gelöst, so Christoph Nießner, Facharzt für Anästhesie und Notfallmediziner. Gerade in der Versorgung vor Ort müssten Struktur und Kommunikation deutlich verbessert werden. Die Fahrdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen versorgen Patientinnen und Patienten zu Hause, sodass diese neben einer ärztlichen Untersuchung auch Medikamente erhalten können. Nur wenn absolut nötig sollte eine Einweisung oder gar das Einschalten des Rettungsdienstes mit Notarzt erfolgen. Zentraler Punkt in der Organisation dieser Strukturen ist dabei die KV-Hotline 116117, die sorgfältig triagieren müsse. Auch das ambulante Verbleiben von Patientinnen und Patienten des Rettungsdienstes mit anschließendem Hausbesuch sei so möglich, so Nießner weiter. All dies kann und wird in Zukunft von zunehmender Bedeutung sein, um eine gute medizinische Versorgung vor Ort zu gewährleisten, ohne dass durch einen unkontrollierten Zustrom von Patientinnen und Patienten die Notaufnahmen der Kliniken überflutet werden. Deshalb kandidiere er auch für die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.  Lösungen könne man nur gemeinsam finden.

Dass die Digitalisierung hier in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, scheint sicher. Wie genau dieser Weg aussieht ist allerdings offen. Ersthelfer-App und Telenotarzt seien z.B. zwei Projekte, die diese neuen Möglichkeiten nutzen, so Dr. Michael Preusch (MdL). Dies sei aber erst der Anfang. So können in Zukunft neben dem eigentlichen Gespräch auch medizinische Daten aus dem Hausnotruf oder z.B. einem Pflegeheim übertragen werden. Diese könnten dann von einem Arzt im KV-Notdienst bewertet und eine entsprechend ressourcenoptimierte Therapie eingeleitet werden. Als Kardiologe sei ihm dies besonders im Hinblick auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt sehr wichtig. Nur eine gute Vernetzung des ambulanten und stationären Sektors ermögliche eine sinnvolle und rasche Patientensteuerung. Und dafür brauche es nicht nur die Kassenärztlichen Vereinigungen als solche, sondern eben auch einen starken Marburger Bund in der Vertreterversammlung Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg!

Für diese kandidiert auch Dr. Arne Dresen, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Gerade bei kranken Kindern ist es oft gar nicht so einfach die richtige Balance zu finden, spielen doch Emotionen hier oft eine große Rolle. Das Zusammenspiel mit dem Kinderärztlichen Notdienst klappe in der Regel gut, aber auch hier stecke der Teufel manchmal im Detail. Die Notaufnahme seiner Klinik sei optisch präsent, der Eingang zum Kinderärztlichen Notdienst jedoch nicht so einfach zu finden. Daher komme es dann oft zur primären Fehlsteuerung von Patientinnen und Patienten, genauer gesagt deren Eltern.  Auch komme dazu, dass vielen Familien das System der ärztlichen Notdienste gar nicht geläufig sei. Insbesondere im europäischen Ausland gibt es keine vergleichbaren Strukturen. Dies macht es für Familien mit Migrationshintergrund noch schwieriger, zu entscheiden, an wen sie sich wenden sollen. Hier sei man das Krankenhaus als natürliche Anlaufstelle in Notfällen gewohnt und kenne daher auch nichts anderes. In diesen Fällen müsse oft umständlich die Funktion des Kinderärztlichen Notdienstes erklärt werden und dass hier eine ebenso gute medizinische Versorgung durchgeführt werde.

Alles in allem seien die KV-Notdienste aber ein sehr wichtiger Baustein im Gesamtsystem der Notfallversorgung, ohne die eine Überlastung der Kliniken nicht zu verhindern wäre, hierin sind sich Hausberg, Nießner und Dresen einig. Sicher, einiges muss in Zukunft optimiert und an die neuen Herausforderungen angepasst werden, dies gilt es nach der KV-Wahl anzupacken. In der Bezirksärztekammer Nordbaden wurde auf Initiative des Marburger Bundes bereits ein Arbeitskreis zum Thema Notfallversorgung eingerichtet, der sich mit vielen der genannten Themen beschäftigt und an Lösungen arbeitet – ein Erfolg! Und dieser zeigt auch, wie wichtig das Engagement der vielen Mitglieder des Marburger Bundes in der in Kammer und KV ist!

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