Allgemein

Informativer Austausch zur Bedeutung von Berufspolitik für junge Ärztinnen und Ärzte und der Funktionsweise der deutschen Ärztekammern

Wie funktioniert das deutsche Kammersystem? Wie ist die Berufspolitik in der Kammer organisiert? Und wie kann ich mich als junger Arzt oder junge Ärztin in der Kammer einbringen? Diese und weitere Fragen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der digitalen Infoveranstaltungen des MB Baden-Württemberg im Mai.

Den Arztberuf zukunftsfähig machen

Am 7. Mai hatten sich rund 20 junge Ärztinnen und Ärzte per Zoom versammelt, um sich über die Möglichkeiten einer berufspolitischen Aktivität in der Kammer zu informieren. Der 2. Landesvorsitzende Dr. Jörg Woll leitete ins Thema ein und berichtete von seinem eigenen Engagement als junger Arzt. Auf die Frage, wie man am besten in die Kammerarbeit einsteigen könne, antwortete Dr. Friederike Fabian, Mitglied im MB-Landesvorstand: „Einfach machen, aufstehen und was sagen. Nur keine Hemmung haben. Als Neurologin konnte ich Aspekte meiner Weiterbildung selbst mitsteuern, was mich sehr motiviert hat. Und mein persönliches Highlight ist, dass jetzt alles rund um die Facharztprüfung niederschwellig auf der Webseite der Landesärztekammer zu finden ist. Man kann was bewirken, am besten im Team.“ Dr. Rainer Beck, 1. Bezirksvorsitzender des MB Südbaden, moderierte die Veranstaltung und bekräftigte dies: „Die Kammer gibt uns die Gelegenheit, unsere Weiterbildung selbst zu organisieren. Wir müssen versuchen, Teil der Lösung zu werden. Das geht am besten über Partizipation.“ Ebenso berichtete der 1. Bezirksvorsitzende des MB Südwürttemberg Benjamin Breckwoldt, wie er zur berufspolitischen Arbeit gefunden hat: „Seit zehn Jahren bin ich im Beruf und hatte anfangs in Bezug auf die Ärztekammer Vorurteile. Aber ich habe schnell gemerkt, dass die Kammer das ist, was wir aus ihr machen, denn sie ist unser eigenes Organ der Selbstverwaltung. Nur wenn wir uns regelmäßig erneuern, können wir die Bedingungen in unserem Beruf voranbringen.“ Carsten Mohrhardt, 1. Bezirksvorsitzender des MB Nordbaden, stimmte dem zu: „Alle vier Jahre gibt es die Chance, über die Kammerwahl Zutritt zu den Gremien der Kammer zu erhalten und dort aktiv an der Weiterentwicklung der medizinischen Strukturen mitzuwirken. Mir liegt insbesondere die ärztliche Weiterbildung am Herzen. Gebt Euch einen Ruck, kandidiert auf den Listen des MB und macht mit!“

Auch und gerade als junge Ärztin und Mutter sei es wichtig, sich für seine Belange einzusetzen und dazu beizutragen, die Rahmenbedingungen zu verbessern. „Junge Kolleginnen und Kollegen sind unterrepräsentiert. Unsere Interessen und Ideen werden durchaus gehört. Aber dafür brauchen wir in der Kammer auch Mehrheiten und weitere engagierte Kolleginnen und Kollegen, damit das lebendig bleibt. Traut euch, hinter die Kulissen zu schauen! Für die angestellten Ärztinnen und Ärzte ist der Marburger Bund die richtige Anlaufstelle“, appellierte Maylis Jungwirth, 2. Bezirksvorsitzende des MB Nordbaden, junge Ärztin und Mutter.

Über das deutsche Kammersystem

Sylvia Ottmüller, 1. Landesvorsitzende des MB Baden-Württemberg begrüßte die interessierten Ärztinnen und Ärzte und betonte, wie wichtig es sei, dass Ärztinnen und Ärzte ihre beruflichen Angelegenheiten im Rahmen der ärztlichen Selbstverwaltung regeln dürften. Prof. Dr. Dr. Christof Hofele erläuterte in einem Vortrag die Aufgaben, Zuständigkeiten und Funktionen der Bezirksärztekammern in Baden-Württemberg und zeigte auf, wie man sich in der Kammer aktiv einbringen könne. In der weiteren Diskussion standen Dr. Jörg Woll, 2. Landesvorsitzender, Katrina Binder, Mitglied im Landesvorstand des MB und Benjamin Breckwoldt, 1. Bezirksvorsitzender des MB Südwürttemberg für Fragen zur Verfügung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen diese Gelegenheit rege und bedankten sich am Ende für den informativen Austausch.

Unsere an den Veranstaltungen beteiligten MB-Aktiven:

Dr. Jörg Woll
Dr. Friederike Fabian
Dr. Rainer Beck

 

 

 

 

 

Benjamin Breckwoldt
Carsten Mohrhardt
Maylis Jungwirth

 

 

 

 

 

Sylvia Ottmüller
Prof. Dr. Dr. Christof Hofele
Katrina Binder

Vor 4 Jahren startete in der Bezirksärztekammer Nordbaden das Pilotprojekt „Evaluation der Weiterbildung“. Ein Thema, für das der MB in Baden-Württemberg berufspolitisch noch mehr Unterstützung benötigt!

Am 1. Januar 2022 fiel in der Bezirksärztekammer in Nordbaden der Startschuss für eine zukünftige Evaluation der Weiterbildung. Ziel war es, einen Überblick über die aktuelle Situation der Weiterbildung zu erhalten, um weitere Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung zu entwickeln. Zuvor hatten sich die MB-Delegierten im Weiterbildungsausschuss, darunter Carsten Mohrhardt als Ausschussvorsitzender, Dr. Axel Schöttler, Dr. Barbara Jones und PD Dr. Michael Preusch MdL, längere Zeit für eine Evaluation der Weiterbildung eingesetzt. Neben einem Austausch zwischen den an der Weiterbildung beteiligten Akteuren gab es einen weiteren wichtigen Baustein: einen digitalen Fragebogen für Ärztinnen und Ärzte mit bestandener Facharztprüfung. Per QR-Code im Anschreiben der Facharzturkunde hatten die Absolventinnen und Absolventen seitdem die Möglichkeit, ihre Weiterbildung anonymisiert zu bewerten. Insgesamt 20 Auswahlfragen befassen sich mit den Rahmenbedingungen, der praktischen und theoretischen Weiterbildungssituation sowie dem Fehler- und Krisenmanagement in der Weiterbildungszeit. Die Bezirksärztekammer Nordbaden nimmt mit dem Projekt damit eine Vorreiterrolle innerhalb Baden-Württembergs ein.

Weiterer Einsatz nötig

Vier Jahre später hat sich an der Relevanz des Themas nichts verändert, im Gegenteil. Umso der ökonomische Druck auf die Krankenhäuser zunimmt, desto weniger Zeit bleibt für die ärztliche Weiterbildung. „Der digitale Fragebogen nach bestandener Facharztprüfung war ein erster Aufschlag. Klar war und ist, dass der Zeitpunkt der Bewertung nicht ideal ist. Damit wir wirklich weiterkommen, müsste die Evaluation regelmäßig über das Logbuch und idealerweise auch verpflichtend stattfinden. Dafür brauchen wir noch mehr Unterstützung, vor allem auch seitens der Landesärztekammer“, erklärt Dr. Barbara Jones. Das Zwischenfazit von Dr. Axel Schöttler fällt ähnlich aus: „Ein erster Schritt war 2022 gemacht, aber es ist noch ein weiter Weg, bis wir eine echte Evaluation der Weiterbildung haben. Wir könnten so die Transparenz und Vergleichbarkeit der Weiterbildungsqualität an den verschiedenen Weiterbildungsstätten erhöhen und einen Feedbackmechanismus für Weiterbildungsbefugte und Weiterzubildende in Gang bringen, was letztlich die Patientensicherheit und Versorgungsqualität positiv beeinflussen würde. Daher ist es enorm wichtig, bei den nächsten Kammerwahlen mitzumachen! Um die Evaluation langfristig zu etablieren und weiterzuentwickeln, brauchen wir angestellten Ärztinnen und Ärzte eine noch stärkere Stimme in der Kammer. Motivieren Sie auch Ihre Kolleginnen und Kollegen bei den anstehenden Kammerwahlen auf den Listen des Marburger Bundes zu kandidieren“, appelliert Dr. Schöttler.

Dr. Barbara Jones
Stellv. Vorsitzende des „Arbeitsausschuss des Weiterbildungsausschusses“ der Bezirksärztekammer Nordbaden

 

Dr. Axel Schöttler
Mitglied im „Arbeitsausschuss des Weiterbildungsausschusses“ der Bezirksärztekammer Nordbaden

In den Ärztekammern wird die ärztliche Selbstverwaltung organisiert. Alle vier Jahre finden die Wahlen der Vertreterversammlungen, der „Parlamente“, statt. Wir informieren zur Wahl 2026 und beantworten häufig gestellte Fragen.

Wie funktionieren Kammerwahlen?

Alle vier Jahre finden per Briefwahl Kammerwahlen in Baden-Württemberg statt. Im Kern handelt es sich dabei um vier eigenständige Wahlen in den vier Bezirken Nordwürttemberg, Nordbaden, Südwürttemberg und Südbaden. Gewählt wird nach dem Prinzip der Verhältniswahl mit dem Wahlverfahren nach Hare-Niemeyer. In den Bezirken werden die Mitglieder der Vertreterversammlungen (kurz VV’en) gewählt. Die Mitglieder der VV’en in den Bezirken wählen wiederum ihre Vorstände (Präsident/in, Vizepräsident/in, weitere Mitglieder des Vorstandes), besetzen Ausschüsse, wählen die Delegierten der Vertreterversammlung der Landesärztekammer (kurz LÄK) und die Delegierten zum Deutschen Ärztetag.

Die Anzahl der Delegierten der jeweiligen Vertreterversammlung ergibt sich aus der Anzahl der Ärztinnen und Ärzte in den jeweiligen Bezirken zum Stichtag 31. Mai 2026. Die Kammerwahl im Bezirk findet wiederum auf zwei Ebenen statt. Es gibt einen Wahlzettel für den Bezirk und einen Wahlzettel für den Kreis. Verbände wie der Marburger Bund reichen bei der Kammer bis zu einer festgelegten Frist (dieses Jahr der 02.10.2026) Wahlvorschläge ein. Auf diesen Wahlvorschlägen, auch genannt „Listen“, stehen die jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten. Auf Bezirkslisten können Ärztinnen und Ärzte aus dem gesamten Bezirk kandidieren. Auf Kreislisten können Ärztinnen und Ärzte aus der jeweiligen Kreisärzteschaft kandidieren.

Wie werden Sitze zugeteilt?

Die den einzelnen Wahlvorschlägen zugefallenen Sitze werden den dort aufgeführten Bewerberinnen und Bewerbern in der Reihenfolge der von ihnen erreichten Stimmenzahl zugeteilt. Haben mehrere Bewerberinnen und Bewerber die gleiche Stimmenzahl, entscheidet die Reihenfolge der Benennung im Wahlvorschlag. Bewerberinnen und Bewerber, auf die kein Sitz entfällt, werden in der Reihenfolge der von ihnen erreichten Stimmenzahlen Ersatzpersonen ihres Wahlvorschlages und werden, falls gewählte Delegierte an einer Vertreterversammlung nicht teilnehmen können, hierzu eingeladen.

Wahlbewerberinnen und Wahlbewerber, die keine Stimme erhalten haben, bleiben unberücksichtigt. Kreis- beziehungsweise Bezirkswahlvorschläge dürfen nur Bewerberinnen und Bewerber enthalten, die in dem betreffenden Wahlkreis oder Bezirk wählbar sind. Eine Bewerberin oder ein Bewerber darf jeweils nur auf einem Kreiswahlvorschlag und nur auf einem Bezirkswahlvorschlag benannt sein.

Warum soll ich auf den Listen des Marburger Bundes als Kandidat oder Kandidatin zur Verfügung stehen?

Der Marburger Bund setzt sich als Berufsverband und als Berufsgewerkschaft für die Interessen der angestellten Ärztinnen und Ärzte ein. Dabei geht es um gute Weiterbildungsbedingungen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und vieles mehr. Angestellte Ärztinnen und Ärzte sind in der Kammer unterrepräsentiert.

Vor allem die jüngeren Ärztinnen und Ärzte nehmen an Kammerwahlen tendenziell weniger teil. Es gibt auch deutlich weniger junge Ärztinnen und Ärzte in den Vertreterversammlungen. Dies wollen wir ändern.

Wann wird gewählt und welche Fristen sind zu beachten?

Allerspätestens am 2. Oktober 2026 müssen die Wahlvorschläge eingereicht werden. Hierfür benötigt man zwingend die Einverständniserklärungen der Kandidatinnen und Kandidaten (siehe Einverständniserklärung). Die Wahl selbst findet als Briefwahl vom 12. November bis 27. November 2026 statt.

Weitere Fragen rund um die Kandidatur beantworten wir hier.

Dieses Jahr steht im Zeichen der Berufspolitik. Wir möchten im Rahmen einer digitalen Veranstaltungsreihe mit den Ärztinnen und Ärzten ins Gespräch kommen und über die Arbeit der ärztlichen Selbstverwaltung berichten. Dabei soll es um grundlegende und themenbezogene Inhalte gehen. Im Rahmen der grundlegenden Inhalte werden beispielsweise
Fragen zur Bedeutung und zu den Aufgaben der Ärztekammern oder zur selbstverwalteten Altersversorgung aufgegriffen. Bei den themenbezogenen Inhalten soll es zum Beispiel um arbeitsrechtliche Fragen oder das Thema Notfallversorgung gehen.

Quo vadis Notfallversorgung in Baden-Württemberg?
Aktuelle Lage. Herausforderungen. Perspektiven.
Donnerstag, 16. April | 18 – 19:30 Uhr | digital

Berufspolitik – warum sich gerade junge Ärztinnen und Ärzte engagieren sollten
Donnerstag, 7. Mai | 18 – 19:30 Uhr | digital

Die ärztliche Selbstverwaltung – so funktionieren die deutschen Ärztekammern
Dienstag, 19. Mai | 18 – 19:30 Uhr | digital

Ärztliche Altersversorgung – wie sie funktioniert und was man schon als junge Ärztin/junger Arzt wissen sollte
Donnerstag, 11. Juni | 18 – 19:30 Uhr | digital

MB für ambulant angestellte Ärztinnen und Ärzte – Leitplanken und Fallstricke rund um den Arbeitsvertrag in der ambulanten Anstellung
Montag, 22. Juni | 18 – 19:30 Uhr | digital

Anmeldung
Wir bitten um Anmeldung per E-Mail unter anmeldung@marburger-bund-bw.de. Angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten den Einwahl-Link rechtzeitig vorab.

 

Warum wir uns als junge Ärztinnen und Ärzte und MB-Mitglieder in der Ärztekammer engagieren 

Von Dr. Janina Naoum und Maylis Jungwirth

Wir alle sind Teil der Ärztekammer und formen diese somit nach unseren Vorstellungen, Bedürfnissen und Schwerpunkten. Über den Marburger Bund konnten wir jüngeren Ärztinnen und Ärzte in der „Jungen Kammer“ aktiv werden und berufspolitisch deutliche Akzente im Interesse unserer jüngeren Kolleginnen und Kollegen setzen.

Für einen zukunftsfähigen Arztberuf

Unser Ziel ist es, die Perspektiven rund um den Berufseinstieg stärker in den Fokus zu rücken. Zu unseren konkreten Initiativen zählen die regelmäßig organisierten Neuapprobierten-Abenden in mehreren Städten der Region. Diese bieten Orientierung zum Berufseinstieg, zur Weiterbildung und zu Kammerstrukturen und laden zum Austausch ein. Themen wie Arztgesundheit, Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Familie und Beruf machen wir zum Beispiel in unserer eigenen „Jungen Kolumne“ im Kammernewsletter sichtbar. Mit dem Unterstützungsangebot „Ärzte haben Grenzen“ haben wir die Möglichkeit zur kollegialen Beratung bei Belastungssituationen entwickelt und aktiv beworben. Die „Junge Kammer“ bringt auch die Interessen der Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung in die Fortbildungsakademie ein – so unterstützen wir, dass regelmäßig Fortbildungen wie „Fit für den ersten Dienst“ über „Schwangerschaft & Mutterschutz im Arztberuf“, „Rund um die Elternzeit im Arztberuf“ bis hin zu „Geschlechtsspezifische Medizin“ für die Fortbildung der jungen Kolleginnen und Kollegen veranstaltet werden. Zudem gibt es praxisnahe Checklisten, die wir mit den anderen baden-württembergischen „Jungen Kammern“ erstellt haben, unter anderem zum Facharzt und zu Mutterschutz, Schwangerschaft und Elternzeit.

Berufspolitik als Schlüssel

Außerdem setzen wir uns in den Kammergremien und berufspolitischen Diskussionen ein, um beispielsweise die ärztliche Weiterbildung kontinuierlich zu verbessern oder um den Bürokratieabbau voranzubringen. Durch unsere Mitarbeit in den Vertreterversammlungen tragen wir dazu bei, dass die Belange angestellter Ärztinnen und Ärzte – insbesondere der jüngeren Generation – stärker berücksichtigt werden. Wir vertreten die Interessen der jungen Kolleginnen und Kollegen im Bezirksärztekammervorstand, in verschiedenen Arbeitskreisen und Gremien wie der Akademie für ärztliche Fortbildung, aber auch in der Versorgungsanstalt, der Landesärztekammer oder beim Deutschen Ärztetag. Es ist wichtig und richtig, die Ärzteschaft als Ganzes in diesen organisatorischen Strukturen abzubilden. Das gelingt jedoch nur, wenn wir uns einbringen. Aktuell gibt es mehr angestellte Ärztinnen und Ärzte in Nordbaden als freiberufliche niedergelassene Kolleginnen und Kollegen, trotzdem sind die Angestellten in der Bezirksärztekammer noch unterrepräsentiert.

Damit unsere Stimme noch mehr Gehör bekommt, bitten wir Euch, für die Kammerwahl im November selbst aktiv zu werden! Gebt dem Marburger Bund ein Gesicht und lasst Euch jetzt als Kandidatin/Kandidat aufstellen!

Hier geht es zur digital ausfüllbaren Einverständniserklärung.

Dr. Janina Naoum
Vorsitzende Arbeitskreis „Junge Kammer“ der Bezirksärztekammer Nordbaden und Mitglied im MB-Bezirksvorstand Nordbaden

 

Maylis Jungwirth
Mitglied im Arbeitskreis „Junge Kammer“ und 2. Bezirksvorsitzende des MB Nordbaden

Zwei produktive Tage im Schwarzwald

Traditionell trifft sich der MB-Landesvorstand Anfang des Jahres zu einer zweitätigen Klausur, um Schwerpunkte für das Jahr zu setzen. Dieses Jahr fand die Tagung im Schwarzwald statt. Im Mittelpunkt der Jahresplanung standen die Kammerwahlen im November. Hierfür wird bereits seit der Hauptversammlung des Landesverbands im Oktober 2025 die crossmediale Kampagne der letzten erfolgreichen Wahl weiterentwickelt.

Die Suche nach Kandidierenden läuft bislang gut und wird nun weiter ausgebaut. Auf der Klausur hat der Vorstand weitere konkrete Kampagneninhalte beschlossen. Ärztinnen und Ärzte, die bereits ihr Einverständnis für die Kandidatur gegeben haben, können sich mit digitalen und gedruckten Infomaterialien auf den Weg machen, um weitere Kandidatinnen und Kandidaten zu gewinnen. Ein abgestimmter Mix aus Online- und Printinhalten sowie eine Veranstaltungsreihe zur Kammerwahl, die auf verschiedene Gruppen in der Ärzteschaft ausgerichtet ist, sind wesentliche Bestandteile der Kampagne.

Mehr Informationen dazu folgen bald.

Der MB-Landesvorstand auf seiner jährlichen Klausur – dieses Jahr im Kammerwahl-Modus

 

Neuerungen für Ärztinnen/Ärzte in Weiterbildung

Aus der Ärzteschaft erhielten ehrenamtlich Aktive in den Bezirksärztekammern Hinweise, dass beim Thema Fachkunden Strahlenschutz Anpassungsbedarf besteht, da die Mindestweiterbildungszeit zum Erwerb der Fachkunde länger veranschlagt war, als die Gesamtweiterbildungszeit im ärztlichen Teil. Die Hinweise wurden aufgegriffen, das Problem erkannt und in den entsprechenden Gremien der Ärztekammer kurzfristig gelöst.

Für die Weiterbildungsordnung 2020 gilt, dass in mehreren Fachgebieten der Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz fester Bestandteil der ärztlichen Weiterbildung und damit Voraussetzung für die Zulassung zur Facharztprüfung ist. Im Dezember letzten Jahres wurden die den Fachgebieten zugeordneten Fachkunden im Strahlenschutz nochmals angepasst. Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung sollten daher unbedingt überprüfen, welche Fachkunden im Strahlenschutz für ihr Fachgebiet zwingend erforderlich sind. Für den Erwerb der Fachkunde Strahlenschutz sind laut Ärztekammer ein Grundkurs sowie ein Spezialkurs erforderlich. Zentral ist, dass die Kurse entsprechend frühzeitig eingeplant werden, da diese erst nach Abschluss des Grundkurses zählen. Durch eine frühzeitige Einplanung können etwaige Verzögerungen der der Prüfungszulassung vermieden werden.

„Mit Verabschiedung der Weiterbildungsordnung 2020 wurde der Strahlenschutz als Handlungskompetenz in zahlreichen Fachgebieten verpflichtend eingeführt. Der Weiterbildungsausschuss der Landesärztekammer hat in Einvernehmen mit den Bezirksärztekammern diese Regelungen der ärztlichen Realität entsprechend angepasst und konkretisiert. Hinsichtlich der Weiterbildungszeit wurde damit eine realistische Anpassung durchgeführt.“, so Carsten Mohrhardt, 1. Bezirksvorsitzender des Marburger Bundes Nordbaden. Benjamin Breckwoldt, 1. Bezirksvorsitzender des Marburger Bundes Südwürttemberg ergänzte: „Die Anpassungen beim Strahlenschutz zeigen, wie wichtig der ehrenamtliche Einsatz von Ärztinnen und Ärzten in den Gremien der Kammer ist und es sich lohnt, die Möglichkeiten, die in der ärztlichen Selbstverwaltung stecken, auch tatsächlich zu nutzen!“

Um welche Fachgebiete es sich handelt ist hier zu lesen.

Weiterführende Informationen zur Fachkunde Strahlenschutz und zur Prüfungsanmeldung gibt es bei der Ärztekammer:

Fachkunde Strahlenschutz

WBA-Anerkennung

Im November 2026 finden in Baden-Württemberg turnusgemäß die Kammerwahlen statt. Warum der MB Baden-Württemberg sich schon jetzt auf die Wahlen vorbereitet.

Vom 12. – 27. November 2026 werden die Vertreterversammlungen der Bezirksärztekammern Nordwürttemberg, Nordbaden, Südwürttemberg und Südbaden gewählt. Bei der letzten Wahl im Jahr 2022 hat der MB Baden-Württemberg in allen vier Bezirken gute Ergebnisse erzielt und möchte diese bei der kommenden Wahl verbessern. Auf der Vorstandsklausur im Januar 2025 wurde dafür eine Arbeitsgruppe „Kammerwahl 2026“ eingesetzt, die sich seither einige Male digital getroffen und eine „Aktivierungskampagne“ entwickelt hat. Auf der Hauptversammlung des Landesverbandes in Titisee-Neustadt am 11. Oktober wurde die Kampagne vorgestellt und offiziell gestartet.

Fehlendes Puzzleteil gesucht

Ziel der Kampagne ist es, schon frühzeitig auf die Relevanz der Ärztekammern und die Bedeutung des berufspolitischen Engagements als Grundlage der ärztlichen Selbstverwaltung aufmerksam zu machen. Kandidatinnen und Kandidaten, die im Jahr 2022 bereits kandidiert haben, sollen für die kommende Wahl aktiviert werden und gemeinsam mit dem MB neue Kandidierende finden. Dafür hat die Arbeitsgruppe entsprechende Print- und Onlinematerialien erstellt. In gedruckten Broschüren im handlichen Format – passend für den Arztkittel – werden die jetzigen MB-Aktiven in den Gremien der noch laufenden Legislatur vorgestellt. In professionell gedrehten Kurzvideos geben junge und erfahrene MB-Aktive persönliche Einblicke in die Kammerarbeit und rufen zum Mitmachen auf. Auf der Kammerwahl-Webseite des MB können Interessierte das Formular zum Einverständnis der Kandidatur digital ausfüllen. Um der Aktivierungskampagne den Startschuss zu geben, haben die Delegierten der Hauptversammlung eine Puzzle-Aktion veranstaltet – nach dem Motto „Wir suchen das fehlende Puzzleteil – jetzt kandidieren!“.

In den Startlöchern

Die Aktivierungskampagne hat eine Laufzeit von ca. einem Jahr. In dieser Zeit macht der MB die Kammerarbeit in Baden-Württemberg über verschiedene Kommunikationskanäle und vor Ort in den Krankenhäusern zum Gespräch. Ab Herbst 2026 geht es dann in die heiße Phase vor der Wahl. Vielen Dank an alle Engagierten, die bei der Erstellung der Aktivierungskampagne und ihren Inhalten mitgewirkt haben. Die Kammerwahl 2026 kann kommen – der MB steht in den Startlöchern!

Die Delegierten der Hauptversammlung des MB Baden-Württemberg haben offiziell die Aktivierungskampagne zur Kammerwahl 2026 gestartet.

Crossmediale Wahlkampagne zeigt Wirkung: Bezirksübergreifend 23 Sitze mehr für den MB

Seit dem 8. Dezember 2022 sind die vorläufigen Wahlergebnisse der Kammerwahl in Baden-Württemberg bekannt. Der Marburger Bund konnte ein starkes Ergebnis erzielen und insgesamt 23 Sitze in den Vertreterversammlungen der vier Bezirksärztekammern zugewinnen. In Nordwürttemberg hat der MB 6 Sitze zugewonnen (31/106 Sitzen, 2018: 25/106), in Nordbaden 7 Sitze (39/97 Sitzen, 2018: 32/97), in Südwürttemberg 4 Sitze (30/65 Sitzen, 2018: 26/65) und in Südbaden 6 Sitze (30/91 Sitzen, 2018: 24/81). Der Dank gilt insbesondere den 575 Kandidatinnen und Kandidaten, die bei dieser Kammerwahl dem MB vor Ort ein Gesicht gegeben haben. Durch das Engagement der Kandidatinnen und Kandidaten ist es gelungen, Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken, medizinischen Versorgungszentren und Praxen von den Zielen des Marburger Bundes zu überzeugen und zur Wahlteilnahme zu bewegen.

Zahlreiche Wählerinnen und Wähler haben dem Marburger Bund Ihr Vertrauen geschenkt. Dadurch sind die absoluten Stimmzahlen ebenso deutlich gestiegen. 2018 hat der MB in allen vier Bezirken 202.869 Stimmen gewonnen, dieses Jahr sind es insgesamt 294.582 Stimmen. Das entspricht einer Steigerung von 45,2 %. Hier die Ergebnisse nach Bezirk:

Ein wichtiges Ziel: Bessere Vertretung der angestellten Ärztinnen und Ärzte

Der Marburger Bund hatte sich für die diesjährige Kammerwahl das Ziel gesetzt, die Interessenvertretung der angestellten Ärztinnen und Ärzte in den Kammern zu stärken.

Maßgebliche Beschlüsse zu den Kammerwahlen wurden auf der Klausurtagung des Landesvorstandes im Februar 2022 getroffen

Gute Vorbereitung hat sich ausgezahlt

Schon frühzeitig, vor mehr als einem Jahr, hat sich der Landesvorstand auf einem Thementag intensiv mit den Kammerwahlen auseinandergesetzt. Auf der Anfang 2022 stattfindenden Klausurtagung des Landesvorstandes wurde beschlossen, die diesjährigen Kammerwahlen mit einer crossmedialen Wahlkampagne zu begleiten. Eine Steuerungsgruppe bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus den vier Bezirken machte sich an die Planung. Schritt für Schritt wurden die beschlossenen Maßnahmen dann umgesetzt: es wurde eine Wahlwebseite eingerichtet, klassische Printprodukte (Flyer, Plakate, Broschüren) vorbereitet, die Social-Media-Aktivitäten immer weiter ausgebaut und verschiedene Online- und Präsenzveranstaltungen durchgeführt. 575 Kandidatinnen und Kandidaten haben sich unter anderem auf der Wahlwebseite, in den Printprodukten und in Wahlaufruf-Videos persönlich vorgestellt. Darüber hinaus gab es regelmäßig Mitgliedermailings, in denen zur Wahl informiert wurde. In der heißen Phase gab es in einigen Kliniken selbst organisierte Wahltage und zahlreiche Schoko-Verteil-Aktionen. So ist es gelungen, die Kammerwahl zum Thema zu machen. Im nächsten Schritt gilt es, in den Kammern Mehrheiten zu organisieren, um zukünftig die Interessen der angestellten Ärztinnen und Ärzte noch besser zu vertreten.

Sylvia Ottmüller, 1. Landesvorsitzende und Dr. Jörg Woll, 2. Landesvorsitzender Marburger Bund Baden-Württemberg

von Sylvia Ottmüller und Dr. Jörg Woll

Über 50% Stimmenzugewinn: Dr. Ulrich Saueressig und Sylvia Ottmüller gewählt

Vor Kurzem wurde das vorläufige Ergebnis der Wahl zur Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg bekannt gegeben. Bei der vergangenen KV-Wahl hat die Liste des Marburger Bundes mit 13 Kandidatinnen und Kandidaten insgesamt 6.639 Stimmen gewinnen können, was einem Sitz in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg entsprach. Bei der diesjährigen Wahl konnte unsere Liste mit 63 Kandidatinnen und Kandidaten insgesamt 10.093 Stimmen gewinnen. Dies entspricht einem prozentualen Stimmzugewinn über 50%. Von bisher einem Sitz in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung kommend, ist es uns gelungen nun zwei Sitze zu gewinnen. Zukünftig werden Dr. Ulrich Saueressig und Sylvia Ottmüller die Interessen der ambulant angestellten Ärztinnen und Ärzte und der Ärztinnen und Ärzte mit KV-Ermächtigung vertreten.

Wie ist das Ergebnis zu bewerten?

Bei der letzten Wahl sind 13 ärztliche Listen angetreten, bei der diesjährigen Wahl waren es 20 Listen. Der Konkurrenzdruck war also dieses Mal deutlich höher als beim letzten Mal, was die Umbrüche an der Spitze der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg widerspiegelt. Uns ist es gelungen, mit einer starken Liste einen Stimmenzuwachs von mehr als 50% zu erreichen. Dieser doch enorme Stimmenzuwachs lässt uns zuversichtlich auf die anstehenden Kammerwahlen im Herbst blicken: Frei nach dem Motto „Nach der Wahl ist vor der Wahl“ rufen wir Sie, unsere Mitglieder auf, sich an den Kammerwahlen, sei es als Kandidat/Kandidatin oder als Wähler/Wählerin zu beteiligen. Gemeinsam können wir auch in den Kammern eine bessere Vertretung der angestellten Ärztinnen und Ärzte erreichen!

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