Vor 4 Jahren startete in der Bezirksärztekammer Nordbaden das Pilotprojekt „Evaluation der Weiterbildung“. Ein Thema, für das der MB in Baden-Württemberg berufspolitisch noch mehr Unterstützung benötigt!
Am 1. Januar 2022 fiel in der Bezirksärztekammer in Nordbaden der Startschuss für eine zukünftige Evaluation der Weiterbildung. Ziel war es, einen Überblick über die aktuelle Situation der Weiterbildung zu erhalten, um weitere Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung zu entwickeln. Zuvor hatten sich die MB-Delegierten im Weiterbildungsausschuss, darunter Carsten Mohrhardt als Ausschussvorsitzender, Dr. Axel Schöttler, Dr. Barbara Jones und PD Dr. Michael Preusch MdL, längere Zeit für eine Evaluation der Weiterbildung eingesetzt. Neben einem Austausch zwischen den an der Weiterbildung beteiligten Akteuren gab es einen weiteren wichtigen Baustein: einen digitalen Fragebogen für Ärztinnen und Ärzte mit bestandener Facharztprüfung. Per QR-Code im Anschreiben der Facharzturkunde hatten die Absolventinnen und Absolventen seitdem die Möglichkeit, ihre Weiterbildung anonymisiert zu bewerten. Insgesamt 20 Auswahlfragen befassen sich mit den Rahmenbedingungen, der praktischen und theoretischen Weiterbildungssituation sowie dem Fehler- und Krisenmanagement in der Weiterbildungszeit. Die Bezirksärztekammer Nordbaden nimmt mit dem Projekt damit eine Vorreiterrolle innerhalb Baden-Württembergs ein.
Weiterer Einsatz nötig
Vier Jahre später hat sich an der Relevanz des Themas nichts verändert, im Gegenteil. Umso der ökonomische Druck auf die Krankenhäuser zunimmt, desto weniger Zeit bleibt für die ärztliche Weiterbildung. „Der digitale Fragebogen nach bestandener Facharztprüfung war ein erster Aufschlag. Klar war und ist, dass der Zeitpunkt der Bewertung nicht ideal ist. Damit wir wirklich weiterkommen, müsste die Evaluation regelmäßig über das Logbuch und idealerweise auch verpflichtend stattfinden. Dafür brauchen wir noch mehr Unterstützung, vor allem auch seitens der Landesärztekammer“, erklärt Dr. Barbara Jones. Das Zwischenfazit von Dr. Axel Schöttler fällt ähnlich aus: „Ein erster Schritt war 2022 gemacht, aber es ist noch ein weiter Weg, bis wir eine echte Evaluation der Weiterbildung haben. Wir könnten so die Transparenz und Vergleichbarkeit der Weiterbildungsqualität an den verschiedenen Weiterbildungsstätten erhöhen und einen Feedbackmechanismus für Weiterbildungsbefugte und Weiterzubildende in Gang bringen, was letztlich die Patientensicherheit und Versorgungsqualität positiv beeinflussen würde. Daher ist es enorm wichtig, bei den nächsten Kammerwahlen mitzumachen! Um die Evaluation langfristig zu etablieren und weiterzuentwickeln, brauchen wir angestellten Ärztinnen und Ärzte eine noch stärkere Stimme in der Kammer. Motivieren Sie auch Ihre Kolleginnen und Kollegen bei den anstehenden Kammerwahlen auf den Listen des Marburger Bundes zu kandidieren“, appelliert Dr. Schöttler.

Dr. Barbara Jones
Stellv. Vorsitzende des „Arbeitsausschuss des Weiterbildungsausschusses“ der Bezirksärztekammer Nordbaden

Dr. Axel Schöttler
Mitglied im „Arbeitsausschuss des Weiterbildungsausschusses“ der Bezirksärztekammer Nordbaden