Was die Kammerwahl mit unserer Altersversorgung zu tun hat

Die Wahl der ärztlichen Selbstverwaltung wirkt sich indirekt auf die baden-württembergische Versorgungsanstalt aus

Die Vertretersammlung der baden-württembergischen Versorgungsanstalt (VA) besteht aus 30 Vertreterinnen und Vertretern der Humanmedizin, 23 Vertreterinnen und Vertretern der Zahnmedizin sowie 7 Vertreterinnen und Vertretern der Tiermedizin. Diese werden von den Delegierten der Ärztekammern bestimmt, die im November gewählt werden.

Versorgung in und aus eigener Hand

Die VA hat den gesetzlichen Auftrag, den Ärztinnen und Ärzten Altersruhegeld, Ruhegeld im Falle der Berufsunfähigkeit und ihren Hinterbliebenen Absicherung zu gewähren. Die berufsständische Versorgung ersetzt demnach die Deutsche Rentenversicherung für Ärztinnen und Ärzte, da bei der Entstehung der Rentenversicherung die Mitversicherung der freien Berufe durch den Gesetzgeber nicht gewollt war. „Wir Ärztinnen und Ärzte sind selbstverwaltet und finanzieren uns komplett selbst. Die Mitglieder der Vertreterversammlung und des Verwaltungsrates bestimmen die Geschicke unserer Versorgungsanstalt – diese Unabhängigkeit ist ein hohes Gut, das wir pflegen wollen“, verdeutlicht Dr. Matthias Fabian, der als Delegierter aus Nordwürttemberg bereits langjährig in der VA aktiv ist. „In die Vertreterversammlung der Versorgungsanstalt wird hineingewählt, wer in der Bezirksärztekammer von den Delegierten der Vertreterversammlung gewählt wird. Und wer in den Vertreterversammlungen der vier Bezirksärztekammern sitzt, entscheiden die Wählerinnen und Wähler bei der Kammerwahl“, ergänzt Dr. Frank J. Reuther, ebenfalls erfahrenes Mitglied der Vertreterversammlung der VA und Arzt in Südwürttemberg. Auch Dr. Rainer Linus Beck, Delegierter der Vertreterversammlung der VA aus Südbaden bekräftigt dies: „Unser Engagement mit Blick auf die ärztliche Altersversorgung ist essentiell – wir alle streben eine auskömmliche Rente an – und für gute Entscheidungen brauchen wir Vielfalt. Es ist immer der richtige Zeitpunkt, um mitmachen.“

Junge Stimmen in der VA

Denn Altersversorgung ist keinesfalls ein Thema, das erst kurz vor dem Renteneintritt akut wird. Im Gegenteil – wer sich frühzeitig mit der Vorsorge auseinandersetzt, investiert in eine Sicherheit für sich und die Angehörigen. „Wir jungen Ärztinnen und Ärzte haben Ideen und auch die Freiheit, diese im Rahmen der Selbstverwaltung einzubringen. Auch unsere Altersversorgung sollten wir daher selbst in die Hand nehmen, denn wir kennen unsere eigene Lebensrealität am besten“, appelliert Katharina Weis, die als junge Ärztin Delegierte der Vertreterversammlung der Versorgungsanstalt ist. Dr. Janina Naoum, ebenfalls Delegierte der Vertreterversammlung der VA, unterstreicht dies: „Lasst uns die Chance zur Mitbestimmung ernst nehmen und nutzen. Wir können nur etwas für uns angestellte Ärztinnen und Ärzte und vor alle für junge Ärztinnen und Ärzte erreichen, wenn wir stark genug vertreten sind – in der Ärztekammer und in damit indirekt auch in der Versorgungsanstalt!“

Grundlagenseminare der Versorgungsanstalt

Thema: Was bedeutet berufsständische Versorgung und was bringt die Versorgungsanstalt?

Samstag, 24. Oktober 2026, Präsenzseminar in Metzingen

Mittwoch, 3. März 2027, Online-Seminar für Neu-Approbierte

Alle Infos unter: www.bwva.de/seminare

Dr. Matthias Fabian
Dr. Frank J. Reuther

 

 

 

 

 

Dr. Rainer Linus Beck
Katharina Weis
Dr. Janina Naoum