Genügend Zeit, eine sinnhafte Struktur, eine transparente Evaluation und eine auskömmliche Finanzierung sind zentrale Aspekte der ärztlichen Weiterbildung, für die sich der Marburger Bund einsetzt.
Eine qualitativ hochwertige ärztliche Weiterbildung ist die Grundlage guter Medizin. Doch diese wird bereits seit vielen Jahren durch chronischen Personal- und Zeitmangel bedroht. „Gerade in Zeiten, in denen der Spardruck im stationären und ambulanten Bereich aufgrund geänderter Rahmenbedingungen immer größer wird, ist es umso wichtiger, sich für gute Weiterbildungsbedingungen einzusetzen. Die Qualität ärztlicher Weiterbildung sichert gute Medizin“, so Carsten Mohrhardt, 1. Bezirksvorsitzender des Marburger Bundes Nordbaden. „Nur durch ausreichend Zeit, eine klare Struktur und eine solide Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung kann die medizinische Versorgung langfristig auf höchstem Niveau gesichert werden“.
Finanzdruck als Gefahr
Viele Kliniken und Praxen kämpfen mit knappen Budgets und müssen Sparmaßnahmen umsetzen, was sich indirekt negativ auf die Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten auswirkt. „Personal- und Zeitmangel durch eine Unterfinanzierung des Gesundheitssystems sind eine direkte Bedrohung für die Weiterbildung und damit auch für die medizinische Versorgung der Zukunft!“, so Mohrhardt weiter.
Evaluation schafft Transparenz
Neben der Finanzierung ist die systematische Evaluation der Weiterbildung entscheidend. Regelmäßiges Feedback ermöglicht es, Stärken und Schwächen frühzeitig zu erkennen, gezielt nachzusteuern und Hilfestellungen zu geben. Dabei geht es eben nicht nur um Prüfungen oder Leistungsnachweise, sondern um eine Feedbackkultur auf Augenhöhe. „Wir fordern, dass bestehende Evaluationsangebote ausgebaut werden bzw. wo es noch keine systematische Evaluation der ärztlichen Weiterbildung gibt, diese eingeführt wird“, verdeutlicht Benjamin Breckwoldt, 1. Bezirksvorsitzender des Marburger Bundes Südwürttemberg. „Nur durch Evaluation unserer Arbeit können wir besser werden, ohne Rückmeldung keine Änderung unseres Verhaltens“, so Breckwoldt weiter.
Strukturierte Durchführung zentral
Die Qualität der ärztlichen Weiterbildung hängt ebenso von einer klaren Strukturierung und von verbindlichen Standards ab. Weiterbildungspläne, Mentoring-Programme und eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis sind zentral. Dabei müssen Weiterbildungsbefugte und Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung auf Augenhöhe an der Ausgestaltung beteiligt sein.

